Frühgeburten könnten mit dem Molekühl verhindert werden. (Symbolbild: Pixabay)
Schweiz

Neues Mittel könnte gegen Frühgeburten helfen

Infektionen während der Schwangerschaft können Frühgeburten auslösen und das Leben des Kindes gefährden. Forschende des Inselspitals Bern haben bei Versuchsmäusen nachgewiesen, dass ein synthetisches Schwangerschaftsmolekül dies verhindern könnte.

Das Schwangerschaftsmoleküls PIF (PreImplantation Factor) mildert Entzündungsreaktionen während der Schwangerschaft, reduziert Totgeburten und beeinflusst das Wachstum des Fötus positiv. Zu diesem Schluss kommen Forschende des Inselspitals Bern mit Kollegen aus Rom und Miami im Zuge einer Studie mit Mäusen, deren Resultate sie im Fachblatt ‹PLoS One› präsentieren.

PIF wirke auf einen Schlüsselkomplex der Entzündung, erklärte Studienautor Martin Müller von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Bern gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch. «Damit wird es erstmals möglich, Entzündungsreaktionen in der Schwangerschaft zu beeinflussen.»

Studien sind vielversprechend

«Entzündungen sind der Ursprung einer zu frühen Geburt oder des vorzeitigen Todes eines Kindes», fügte Daniel Surbeck von der Frauenklinik Bern hinzu. Die Ergebnisse der Tierversuchsstudie seien vielversprechend und ermutigten zu weiterer Forschung an diesem Ansatz, um zu frühe Geburten zu verhindern.

Eine synthetische Variante von PIF, welches normalerweise vom Embryo produziert wird, wurde in den USA bereits erfolgreich in einer ersten klinischen Studie zu einer Autoimmunerkrankung der Leber getestet, hiess es in der Mitteilung. In Bern prüfen die Forschenden nun, ob eine klinische Studie mit Schwangeren möglich wäre. Das langfristige Ziel: PIF prophylaktisch bei Risikoschwangerschaften zu verabreichen, um Frühgeburten zu verhindern.

(sda)

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