Zum ersten Mal seit 1977 ist das Gurtenfestival ausverkauft. (Bild: keystone)

Schweiz

Ausverkauftes Gurtenfestival zieht positive Bilanz

Die Organisatoren haben für das viertägige Gurtenfestival eine durchwegs positive Bilanz gezogen. Das Festival sei «selten so friedlich verlaufen». Dies trotz eines ausverkauften Festivals mit gesamthaft 80'000 Besucherinnen und Besuchern.

Die Sanität habe nur Bagatellfälle behandeln müssen, sagte Sprecher Simon Haldemann am Samstag, 15. Juli 2017, vor den Medien. Es habe nur wenige Schlägereien und Auseinandersetzungen gegeben.

Dies freute die Veranstalter umso mehr, als dass im Vorfeld oft von Terrorgefahr die Rede gewesen war. Am Festival patrouillierten denn auch Polizisten auf dem Gelände. Die Organisatoren gaben an, immer in engem Kontakt mit der Kantonspolizei gestanden zu sein.

Seit 1977 zum ersten Mal ausverkauft

Besonders erfreut zeigten sich die Organisatoren auch darüber, dass das Festival seit der Festivalgründung 1977 zum ersten Mal ausverkauft war. Da bereits im Dezember vier Headliner bekannt waren, liessen sich gemäss Haldemann viele Menschen von einem frühen Ticketkauf überzeugen.

Ein weiterer Grund für den Erfolg könnte sein, dass das Festival dieses Jahr zum ersten Mal schon am Mittwoch statt am Donnerstag begonnen hatte. Die Veranstalter begründeten das neue Konzept mit der höheren Flexibilität im Künstlerbooking. «Es wurde immer schwieriger, einen würdigen Headliner für den Sonntag zu finden, da die grossen Acts tendenziell nicht bei Tageslicht spielen wollen», teilte Haldemann am Sonntag mit.

Für die Organisatoren hat sich das neue Konzept bewährt. «Ziel ist, auch nächstes Jahr wieder am Mittwoch zu starten», sagte Haldemann. Ob der Tageswechsel von den Behörden wieder bewilligt wird, ist noch unklar. Zuerst müsse zusammen evaluiert werden, ob beispielsweise nicht zu viele Lärmklagen eingegangen sind, so Haldemann.

Glück hatten die Organisatoren auch mit dem Wetter. Zwar wurden kurze Regenschauer vorhergesagt, es blieb aber während der ganzen vier Tagen trocken und sonnig. Haldemann bezeichnete es als «optimales Festivalwetter – nicht zu heiss und nicht zu kalt».

61 Konzerte und 63 DJs

Gesamthaft haben 61 Konzerte und 63 DJs die Besucher auf dem Hausberg zum Tanzen und Feiern gebracht. Der Mittwoch startete Hip-Hop-lastig. Das Hip-Hop-Duo Macklemore & Ryan Lewis verstand das Publikum zu animieren. House of Pain sorgte mit gutem altem Old-School-Hip-Hop für gute Laune.

Am Donnerstagnachmittag hatte der Singer-Songwriter Faber schon ein ganzes Zelt gefüllt. Seine kontroversen Lieder berührten und regten zum Tanzen an. Danach brachten die Berner Lo&Leduc mithilfe des Publikums den gesamten Berg zum Beben.

Vor allem der eigens für den ‹Güsche› kreierte Freestyle-Rap von Lo mit den Wörtern Gurtenbähnli, Jeans for Jesus und Mauersegler begeisterte. Später ging es mit Imagine Dragons und The Bloody Beetroots rockig zu und her.

Grosse Headliner am Freitag waren der Musikproduzent Fritz Kalkbrenner und die Lokalmatadoren Züri West. Letztere überzeugten bei ihrem Heimspiel mit einem neuen Album. Abgeschlossen haben das Festival am Samstag unter anderem die Hip-Hop-Musikgruppe Beginner und der Trash-Punk-Musikproduzent Bonaparte.

Über 3500 Personen auf Dating-App

Für Aufregung auf dem Festivalgelände sorgte die dieses Jahr neu lancierte Dating-App ‹Güsche Date› des Stadtberner Energieversorgers Energie Wasser Bern (ewb). Während dem viertägigen Festival haben sich über 3500 Personen auf der App angemeldet und zahlreiche Treffen vereinbart. Nach dem Festival geht die App bis zum nächsten Jahr in den Schlafmodus.

(sda)

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