Die Französische Küche hat so einiges zu bieten. (Bild: keystone)

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Mehr als nur Amour und Baguette

Frankreich – unser grosser Nachbar im Westen mit der Sprache, die eigentlich mehr aus Ausnahmen, als aus Regeln besteht – feiert heute, 14. Juli 2017, seinen Nationalfeiertag. Dass die Franzosen noch einiges mehr drauf haben, als Croissants und Baguette, zeigt Ihnen dieser Artikel. So kommt man mit französischen Gerichten durch den Tag.

Für die Franzosen gehört Essen zur Kultur. Qualität, Geschmack und Vielfalt stehen daher bei jeder Mahlzeit im Vordergrund. Dabei hat das Land der Charmeure noch einiges mehr vorzuweisen, als das Offensichtliche wie Baguette, Croissants und Crêpes. Wie sonst hätte französische Küche von UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt werden können. Hier sind einige Spezialitäten der einflussreichsten Küche Europas.

Frühstück

Das Frühstück wird bei den Franzosen eher klein gehalten. Baguette mit Café au Lait (dt. Milchkaffee). Croissants werden meist am Wochenende gegessen. Dabei gibt es übrigens zwei Verschiedene. Das normale Croissant wird mit Margarine gebacken, das ‹croissant au beurre› ist das Äquivalent zum Schweizer Buttergipfeli. Das wohl bekannteste Brot aus Frankreich ist das ‹Baguette›. Dabei gibt es in den französischen Bäckereien aber auch noch ‹Flûte›. Das Brot hat seinen Namen (dt. Flöte) deshalb, weil es eben so dünn ist wie eine Flöte, dafür aber viel länger als das Baguette.

Mittagessen

Zum Mittagessen trifft man sich in Frankreich so zwischen 12:00 und 14:00 Uhr. Das traditionelle Mittagessen besteht aus drei Gängen. Sättigungsbeilagen werden dabei nicht gereicht – schliesslich gibt es ja Baguette.

Als eher leichtere Kost bietet sich das ‹Ratatouille› an. ‹Ratatouille› ist ein geschmortes Gemüsegericht aus der Provence, genauer gesagt aus Nizza. So unattraktiv ‹Gemüsegericht› auch klingen mag, das Ratatouille hat schon viele Gemüsekritiker begeistern können und kommt auch bei Kindern aus irgendeinem Grund gut an. Berühmt wurde das Gericht auch durch den Fernsehfilm ‹Ratatouille›, in dem sich eine Feinschmecker-Ratte aufmacht, um in Paris eine Karriere als Koch zu starten.

Die Farbkombination der unterschiedlichen Gemüsesorten lässt sich sehen. (Bild: chefdehome.com)
Im Film Ratatouille macht sich die Ratte Remy auf nach Paris, um als Koch berühmt zu werden. Mit ihrem Gericht ‹Ratatouille› begeistert sie den Restaurantkritiker Ego. (Bild: keystone)

Wenn man anstatt Gemüse und Brot etwas knackiges zwischen den Zähnen haben will, so gibt es den in Basel wohl bekannten ‹Flammkuchen›. Die aus dem Elsass stammende Spezialität ist auch zu Hause ganz leicht zuzubereiten: einen ausgelegten Brotteig und darauf die traditionellen Zutaten aus Sauerrahm, Speck und Zwiebeln belegen. In den Ofen und – fertig ist die Mahlzeit. Der Flammkuchen, sozusagen das Pendant zur italienischen Pizza.

Bereits mit wenigen Zutaten, kann man einen köstlichen Flammkuchen zubereiten. (Bild: keystone)

Abendessen

Am Abend mag man es entweder leicht oder ausgefallen. Trifft man sich mit Freunden in einem charmanten Restaurant, so könnte man doch mal etwas wagen und ‹Froschschenkel› versuchen. Frösche gelten in der französischen Küche als Delikatesse, auch wenn man eigentlich «nur» die Schenkel davon isst. Deren Geschmack wird irgendwo zwischen Huhn und Fisch eingeordnet und landen entweder frittiert oder gebraten auf dem Teller. Für Schweizer mag diese Spezialität äusserst exotisch sein, doch wenn man die Möglichkeit hat, ein Stück der klassischen Kultur Frankreichs zu kosten, dann sollte man doch zuschlagen. Nur wenn man etwas gegessen hat, kann man sich eine Meinung darüber bilden.

Schön angerichtet, kann das kurios klingende Gericht doch sehr ‹gluschtig› aussehen. (Bild: keystone)

Wer beim Essen nicht gerade den Abenteurer raushängen will, der kann auch den ‹Coq au Vin› bestellen. Der ‹Hahn im Wein› gehört zu den bedeutensten Gerichten Frankreichs und darf in seiner Zubereitung nicht unterschätzt werden. Rezepte verlangen oft, dass ein ganzes Tier zubereitet wird. Das Geflügel wird dabei zuerst 24 Stunden, zusammen mit Suppengemüse, Kräutern und Wein mariniert. Das klassische Rezept verlangt Burgunder Wein, mittlerweile gibt es aber jegliche Variationen des ursprünglichen Rezeptes. Zum Beispiel mit Weisswein oder anderen Rotweinen.

Eher etwas bekanntes: ‹Coq au Vin› (Bild: essen-und-trinken.de)

Für die leichten Abendesser gibt es, wie auch häufig in Schweizer Haushalten, Käse, Brot und Senf. Frankreich gehört auch zu den Käseländern und hat mit Camembert, Roquefort, Brie und noch vielen weitern Sorten einiges zu bieten.

Dessert

Nicht alle mögen es süss, aber wenn, dann versucht die ‹Crème brûlée› oder ‹Crêpes›:  Erstere Süssspeise wird aus Eigelb, Sahne und Zucker hergestellt und vor dem Servieren wahlweise mit Vanille, Zimt, Orangenschale, Zitronenschale, Ingwer oder Mandelmilch aromatisiert. Das Besondere ist jedoch die Karamellkruste, die nach dem Bestreuen des Desserts mit Zucker mittels eines kleinen Gasbrenners hergestellt wird.

Mit einem kleinen Gasbrenner wird die Crème gebrannt. (Bild: whiteonricecouple.com)

Bei den Crêpes handelt es sich bekanntlich um ‹süsse Omeletts› die man beispielsweise mit Nutella oder dem Zimt-Zucker-Gemisch füllen kann. Für Schleckmäuler sind es die perfekten Desserts. Und für nicht-Schleckmäuler hat die Französische Küche ebenfalls vorgesorgt: Das Abendessen – den Käse – kann man nämlich auch perfekt zum Nachtisch, zusammen mit etwas Wein servieren.

Zum Abendessen oder zum Dessert. Käse kann doppelt eingesetzt werden. (Bild: pixabay)

Das Land der Liebe hat natürlich noch so Einiges mehr zu bieten, als die oben aufgeführten Gerichte. Doch um sich einen kompletten Tag französisch ernähren zu können reicht es sicherlich aus. Wie immer gilt das Motto «probiere god über studiere»! Also, wer noch nie Froschschenkel hatte, ein Versuch ist es sicherlich wert. Und um in den Genuss einer wirklich französischen Küche zu kommen, reist man wie immer am besten ins Land selber.

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