Gina Lollobrigida 2002. (KEYSTONE/DPA/Z1008/Jens Kalaene)
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Italiens Marilyn Monroe: Gina Lollobrigida wird 90

Lange war «La Lollo» das Sexsymbol des italienischen Kinos. Aber Gina Lollobrigida, die am 4. Juli 2017 90 Jahre alt wird, machte sich nicht nur mit Beinen und Busen einen Namen. Auch ihr Privatleben könnte aus einem Film stammen.

Wie es sich für eine richtige Diva gehört, bietet Gina Lollobrigida auch noch im hohen Alter grosses Kino. Es geht um Heiratsschwindel, Entmündigung, Prozesse sowie Familienstreit. Und auch sonst erfüllt sie fast alle Clichés. Vollbusig ist sie, ein Sexsymbol, das es von Italien nach Hollywood geschafft hat – und mit ihrer ärgsten Konkurrentin Sophia Loren das ‹Duell der Diven› austrug.

In ausgefallenen Abendroben, grell geschminkt und mit schriller Haarpracht ist die Italienerin immer noch gerngesehener Gast bei Galas und anderen Promi-Festen. Auch wenn zuletzt ihr Gesundheitszustand Sorgen bereitete. In ihrer langen Karriere hat sich die Schauspielerin nie auf ein Metier festlegen lassen – ob als Kino-Ikone, Sexsymbol, Fotojournalistin, Bildhauerin oder UN-Botschafterin. Die Lollobrigida ist alles in einem.

1927 in dem Örtchen Subiaco, östlich von Rom geboren, wird Gina Lollobrigida schon als Dreijährige in einem Wettbewerb zum schönsten Kleinkind gekürt. Nach dem Zweiten Weltkrieg geht sie in die Hauptstadt, will Malerei und Bildhauerei studieren und schlägt sich mit Statistenrollen und Kohlezeichnungen von Gästen in den Lokalen durch.

Zum Film kommt sie eher zufällig: 1946 wird sie auf der Strasse entdeckt, 1947 vom Produzenten Mario Costa für den Film ‹Opernrausch› engagiert. Nur ihr Name erschien anfangs selbst den Regisseuren zu schwer – sie wollten sie «Diana Lori» nennen. Doch Lollobrigida sträubte sich: «Mein Onkel ist trotz unseres langen Namens ein bekannter Maler geworden». Sie hat Recht behalten.

Die drei Karrieren der Gina Lollobrigida

Lange galt sie in Anlehnung an einen ihrer Filmtitel als «die schönste Frau der Welt». In über 60 Filmen hat sie mitgewirkt. Bereits Anfang der 70er Jahre entschied sich «Gina nazionale» zum Rollenwechsel vom Film zur Fotografie – mit gutem Grund: «Ich habe es abgelehnt, mich auszuziehen», erklärte sie später. Daraufhin hätten die Filmproduzenten sie links liegen lassen.

Kein Problem für die selbstbewusste Italienerin. Sie lichtet Prominente wie Fidel Castro, das brasilianische Fussballidol Pelé, Ronald Reagan, Paul Newman und Salvador Dalí ab.

In den 1990er Jahren folgt die dritte Karriere. Lollobrigida kehrt quasi zu ihren Anfängen zurück und nimmt Unterricht bei dem bekannten Bildhauer Giacomo Manzù. Später arbeitet sie in ihrem Atelier in Pietrasanta in der Toskana, stellt Skulpturen in Moskau und Sevilla aus. Nebenbei engagiert sie sich für eine bessere Welt, wird zur UNICEF- und FAO-Botschafterin.

Zu Lollobrigidas Welterfolgen zählen Filme wie ‹Fanfan, der Husar› und ‹Die Schönen der Nacht› sowie ‹Der Glöckner von Notre Dame›, wo sie an der Seite von ‹Quasimodo› Anthony Quinn die umschwärmte Esmeralda spielte.

(Video: Youtube)
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Sie drehte an der Seite von Humphrey Bogart, Marcello Mastroianni, Sean Connery, Alec Guinness, Burt Lancaster und Rock Hudson und arbeitete mit Regisseuren wie Howard Hughes und René Clair zusammen. Einen Oscar, den ihre ‹Busenfeindin› Sophia Loren und Charakterdarstellerin Anna Magnani errangen, hat die Lollobrigida nie bekommen.

Der Heiratsschwindler

«Weniger Glück als andere» hatte sie nach eigenen Angaben «in Herzensangelegenheiten».  ‹La Lollo› sagte man zahlreiche Affären, etwa mit Milliardär Howard Hughes und dem Politiker Henry Kissinger nach. 1949 heiratete sie den jugoslawischen Arzt Milko Skofic. Aus der Ehe, die 1971 geschieden wurde, ging Sohn Milko Jr. hervor. Der wiederum wollte sie zuletzt entmündigen lassen, weil seine Mutter sich mit windigen Männern umgebe, die an ihr Vermögen wollten.

2006, mit 79 Jahren, macht sie Schlagzeilen, als sie den 34 Jahre jüngeren Spanier Javier Rigau heiraten will. Doch dazu kommt es nicht – zumindest nicht offiziell. Denn Gina Lollobrigida  überlegt es sich anders, nicht aber Rigau. Der mutmassliche Heiratsschwindler soll sich 2010 mit einer gefälschten Vollmacht eigenhändig zum Ehemann gemacht und daraus unrechtmässige Vorteile gezogen haben.

Ihr turbulentes Privatleben hat Gina Lollobrigida einmal so erklärt: «Es ist leichter, einen Mann zu finden, als ihn wieder loszuwerden».

(sda dpa)

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