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Der Telebasel News Beitrag vom 23. Juni 2017.

Basel

Riehen wird zum Vorbild von Südkorea

Rund 40 südkoreanische Bürgermeister statteten am 23. Juni 2017 Riehen einen Besuch ab, um sich eine Scheibe von den Riehenern abzuschneiden in puncto Kinderfreundlichkeit. Seit 2011 ist die Gemeinde Riehen von der UNICEF als «kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet. Damit hat Riehen eine Vorbildfunktion und versucht, den südkoreanischen Bürgermeistern das Wissen, über das Vorgehen und die Gestaltung einer kinderfreundlichen Gemeinde weiterzugeben.

Mit Alphornklängen wurden die rund 40 Bürgermeister aus Südkorea vor dem Gemeindehaus Riehen begrüsst. Die Delegation ist von der anderen Seite der Welt angereist, um zu erfahren, wie Riehen zu einer sogenannten kinderfreundlichen Gemeinde wurde.

(Bild: Telebasel)

Der Gemeindepräsident von Riehen, Hansjörg Wilde, zeigt sich irritiert über das grosse Interesse an der kleinen Gemeinde Riehen, wo Südkoreas Städte doch um ein vielfaches grösser seien. Dennoch sei er stolz, die südkoreanischen Gäste hier empfangen zu können. Trotz der kleinen Grösse, hat Riehen dennoch Südkorea etwas zu vermitteln.

Vor sieben Jahren begann die Gemeinde in mehreren Projektschritten mit Einbezug aller Abteilungen der Gemeinde den Kindern bei  der Bildung, in der Freizeitgestaltung und im Verkehr entgegen zu kommen. Gemeinsam mit den Kindern und der Hilfe vom Kinderbüro Basel hat Riehen gezielte Pläne erstellt, um das UNICEF-Label zu erhalten.  So wurden beispielsweise 20er Zonen rund um Schul-und Spielplätze eingeführt, Schulwege durch verlängerte Grünphasen der Ampeln bei Fussgängerstreifen sicherer gemacht und Spielplätze nach den Wünschen der Kinder ausgebaut. Kinderpartizipation wird seither in Riehen gross geschrieben.

Besonders die Zusammenarbeit aller Abteilungen innerhalb der Gemeinde und das Einbeziehen der Meinung der Kinder beeindruckte die Gäste aus Südkorea. «Ich bin auch beeindruckt, dass nicht nur eine einzige Abteilung für die Kinderfreundlichkeit zuständig ist, sondern dass es eine Zusammenarbeit der übergreifenden Abteilungen ist und dass alle an einem Strang ziehen. Die Gemeinde, die Kinder, die Eltern, Lehrer und alle beteiligten, das war sehr beeindruckend.», äussert sich der Bürgermeister von Jeonju.

Die Kinder durften sich selbst und ihre Meinungen mit einbringen in die Gestaltung der Gemeinde. (Bild: Telebasel)

Nach der Informationsveranstaltung durften die Bürgermeister selbst auf den Spielplatz. Auf der Wettsteinanlage konnten sie sich ein eigenes Bild machen. Der Bürgermeister von Incheon Ost freut sich, die Kinder so sorglos auf dem Spielplatz herumtollen zu sehen. In Südkorea seien die Kinder nicht so autonom. Sie würden viel stärker von ihren Eltern behütet werden, aus Angst, es könne etwas auf dem Spielplatz passieren. Das möchte der Bürgermeister ändern. In Zukunft möchte er kinderfreundlichere Anlagen bauen. Zudem möchte er ein Jugendparlament gründen, um den Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben.

Ein Bürgermeister hatte sichtlich Spass auf dem Spielplatz. (Video: Telebasel)

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