Die Weleda-Gruppe mit Sitz in Arlesheim ist weltweit tätig. (Bild: keystone)

Baselland

Weleda steigert Gewinn bei stabilem Umsatz

Das Geschäft von Weleda hat im vergangenen Jahr besser rentiert: Das auf Naturkosmetik und anthroposophische Arzneimittel spezialisierte Unternehmen verbuchte 2016 einen Gewinn von 11,5 Millionen Euro. Dies entspricht einem Plus von 7,6 Prozent.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT der weltweit tätigen Weleda-Gruppe mit Sitz in Arlesheim BL gab um 27,4 Prozent nach auf 23,9 Millionen Euro. Finanzchef Michael Brenner erklärte diesen Rückgang um rund neun Millionen am Donnerstag, 8. Juni 2017, vor den Medien insbesondere mit höherem Marketingaufwand.

Auf Marketing ausserhalb der Schweiz und von Deutschland entfielen rund acht Millionen des EBIT-Rückgangs. Zudem seien die Einkaufspreise für Bio-Rohstoffe wegen grosser Nachfrage und knappem Angebot gestiegen – Weleda liegt laut Brenner bei 83 Prozent Bioanteil. Auf die Verkaufspreise habe man das nicht voll umschlagen können.

Das Unternehmen erhöhte dennoch seine Nettofinanzposition innert Jahresfrist von 14,0 auf 22,4 Millionen – das Sparschwein ist also 60 Prozent voller. Die Eigenkapitalquote stieg so von 38,0 auf 43,8 Prozent. Weleda habe nun Spielraum gewonnen für neue Aktivitäten, freute sich CEO Ralph Heinisch.

Wachstumsabsichten

Als längerfristiges Ziel nannte Verwaltungsratspräsident Paul Mackay eine breitere Abstützung; da Weleda heute zu stark von der Schweiz und Deutschland abhängig sei. Zusammen mit Österreich entfällt auf die Heimmärkte gut die Hälfte des Umsatzes. Die Medikamentensparte rentabel zu machen, brauche noch etwas mehr Zeit als erhofft.

Für 2017 strebt Weleda mehr Umsatz bei Kosmetik und Arzneimitteln an – Marktinvestitionen dafür dürften den Gewinn belasten. Speziell im Fokus stehen dabei laut Marketingchef Andreas Sommer Brasilien, wo Weleda wegen hoher Importzölle in einem eigenen Werk 43 Personen beschäftigt, sowie die USA als grösster Naturkosmetikmarkt der Welt.

Für die Internationalisierung definiert Weleda aus dem grossen Medikamentenportfolio derzeit ein Teilsortiment mit Chancen; bisher wurden primär Kosmetika exportiert. Der neue Forschungschef Aldo Ammendola sprach von «vielen Schätzen», für deren auswärtige Marktzulassung jedoch noch Belegstudien nötig seien. Die Pipeline sei «gut gefüllt».

Medikamente schwächer

Der Umsatz stieg um 0,1 Prozent auf insgesamt 389,8 Millionen Euro, wie Weleda bereits im Februar bekanntgegeben hatte. Das «bescheidene Wachstum» erklärte Brenner mit Währungseffekten und dem Verkauf des Medikamentes Iscador – darum bereinigt hätte ein Plus von zwei Prozent herausgeschaut.

Im Detail legte die Naturkosmetik-Sparte um 2,1 Prozent auf 280,8 Millionen Euro zu. Dabei nahmen diese Umsätze in der Ländergruppe Deutschland, Österreich und Schweiz leicht ab, stiegen aber in den anderen Märkten.

In der Arzneimittel-Sparte sank hingegen der Umsatz um 4,8 Prozent auf 109,0 Millionen Euro, vor allem wegen des Iscador-Wegfalls in Deutschland. In Westeuropa und Südamerika seien Weleda-Medikamente stärker nachgefragt worden, hiess es weiter.

2’400 Angestellte

Per Ende 2016 beschäftigte das Unternehmen 2’387 Mitarbeitende auf 2’037 rechnerischen Vollstellen. Das waren jeweils 16 Personen wie Jobs mehr als im Vorjahr. In der Schweiz standen davon 313 Vollstellen auf der Weleda-Lohnliste, zwei mehr als 2015.

Weleda hat den Sitz in der Schweiz und eine Niederlassung in Deutschland; darüber hinaus hält sie 20 Mehrheitsbeteiligungen. So ist das Unternehmen in über 50 Ländern auf allen Kontinenten vertreten.

In Arlesheim entsteht im Übrigen gerade ein neues Bürogebäude, und in Schwäbisch Gmünd sind einige Anlagen ersatzreif, wie Heinisch sagte. Brenner bezifferte die anstehenden Investitionen vage auf zweistellige Millionen innert der nächsten fünf Jahre.

(sda)

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