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Der Telebasel News Beitrag vom 4. Juni 2017.
Baselland

«Pfingstblitter» jagen junge Frauen

Kurioser Maibrauch: Am Pfingstsonntag jagen als Büsche verkleidete Männer jungen, ledigen Frauen nach und werfen sie in Brunnen oder spritzen sie nass.

Der Pfingstsonntag ist für junge, ledige Frauen in Ettingen gefährlich. Sie werden von Männern verfolgt, die sich als Büsche verkleidet haben. Schon früh morgens machen sie sich jeweils auf, um das Buchenreisig für ihre Verkleidung zu sammeln. So ziehen sie durch das Dorf und versuchen die jungen Frauen im Publikum zu erhaschen. Doch auch diesen Pfingstblüttler, «Pfingstblitter» oder «Pfingstblidr», wie sie genannt werden, droht Ungemach. Andere junge Männer aus dem Dorf greifen die grünen Gestalten ihrerseits an und werfen sie ebenfalls in die Brunnen. Dieser Morgenbrauch endet für die meisten im Nass und auch das Publikum befeuchtet die Kehlen ausgiebig mit Weisswein.

Verbreiteter Fruchtbarkeits-Brauch

Dieser Fruchtbarkeits-Brauch ist in Ettingen seit 1886 verbürgt. Auch in den Jahren 1930-1950 verkleideten sich noch junge Männer mit Buchenreisig bis der Mai-Brauch ungenutzt blieb. Der Kulturhistorische Verein Ettingen belebte deswegen 1977 den Brauch wieder, wie deren Präsident Markus Christen gegenüber Telebasel sagt. Dieses Jahr kann das action-geladene und feucht-fröhliche Ritual sein 40-Jahr-Jubiläum feiern. Dieser Brauch ist auch in einigen Gemeinden im Fricktal, Südbaden und im Elsass verbreitet. In Ettingen haben die Faun-Gestalten am 4. Juni 2017 wieder wild zugegriffen.

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