Drei Spieler, drei Schicksale. Kuzmanović, Klose und Stocker. Bald wieder in Basel vereint? (Keystone)

Basel

Stocker, Klose oder gar Kuzmanović?

Seit der Vorstellung des neuen Vereinskonzepts und der Verkündung von Raphael Wicky als neuen Cheftrainer, kocht die Gerüchteküche um das rotblaue Kader heiss. Unbekannt ist, wer neben Mark Janko den FCB noch verlassen muss. Doch viel mehr interessiert, wer im Sommer neu (oder wieder) im Joggeli auflaufen wird.

Alle Jahre wieder schreiben die FCB-Fans eine Wunschliste von Spielern, die sie gerne in der kommenden Saison im St. Jakob-Park auflaufen sehen möchten. Wie so oft im Leben geht bei Einigen die Fantasie durch. Andere stellen wiederum bodenständigere und möglicherweise sogar machbare Transfers in den Raum.

Wir haben uns die nationalen und internationalen Presseberichte der letzten Wochen und Tage einmal genauer angeschaut und wagen einen Blick in die brodelnde Gerüchteküche um den FCB.

Valentin Stocker

Er steht wahrscheinlich zuoberst auf jedem rotblauen Wunschzettel: Valentin Stocker. Die laufende Saison in der Bundesliga nimmt kommende Woche ihr Ende. Vor drei Jahren wechselte der Krienser in die deutsche Hauptstadt zu Hertha BSC Berlin. Die Achterbahnfahrt beim Sechsten der Bundesliga könnte diesen Sommer nun sein Ende finden.

Wie die B.Z. Berlin erfuhr, soll der Weg für einen Wechsel des 28-Jährigen bei einem entsprechenden Angebot diesen Sommer frei sein. Selten kam der ehemalige FCB-Publikumsliebling bei den Hauptstädtern zu Einsätzen. 17 Spiele durfte Stocker diese Saison ran. Seine Bilanz: 4 Tore und 3 Assists.

Trotzdem soll das Verhältnis zwischen Hertha-Coach Pal Dardai und Valentin Stocker zerrüttet sein. Schlechte Trainingsleistungen wurden dem Schweizer vorgeworfen. Nur bei Personalnot durfte Stocker wieder ran – wenn er nicht selbst verletzt war.

Hatte bei Hertha BSC Berlin schon länger nichts mehr zu lachen: Valentin Stocker. (Keystone)

Zeichen stehen auf Abschied

Ob sich der Schweizer noch einmal bei Hertha BSC durchbeissen will oder Dardai und Co. den Rücken kehrt? Oder vielleicht bei einem anderen Team der Bundesliga anheuert? Die Zeichen stehen jedenfalls auf Abschied. Die deutschen Medien spekulieren gar auf eine Rückkehr zum FCB. Auch weil Stockers enger Freund Marco Streller nun der neue Sportchef wird und Streller dem Team wieder mehr rotblaues Blut einimpfen will. Gegenüber Bild sagte Stocker: «Logisch, dass man sich Gedanken macht».

Sein Vertrag läuft noch für eine Saison. Gut möglich, dass die Berliner bei einem Abgang des Nationalspielers Geld verdienen möchten. Rund 3,5 Millionen Euro müsste ein Verein hinblättern.

Prognose: Möglich. Stockers Tage in Berlin scheinen endgültig gezählt. Nun hängt es von Stocker ab, ob er den Schritt zurück zum FCB machen will oder womöglich seine Chance bei einem anderen (Bundesliga-)Klub packen will. Zudem scheint der FCB auf den Flügeln mit Steffen und dem talentierten Elyounoussi gut besetzt. Sollte keiner der Beiden den FCB diesen Sommer verlassen, müsste Stocker arg um einen Stammplatz kämpfen.

Timm Klose

Ein weiterer oft gehandelter Name ist Timm Klose. Der verlorene Basler Sohn. Seit Jahren betont der 29-Jährige, dass er gerne zum FCB zurückkehren würde. Diesen Sommer scheint der perfekte Zeitpunkt für eine Rückholaktion. Denn Norwich City verpasste diese Saison den Wiederaufstieg in die englische Premier League, von der das Team vergangene Saison mit Klose abgestiegen ist. Damit Geld in die Vereinskasse gespült wird, werden einige Spieler den Klub verlassen müssen. So auch Klose.

Gegenüber der bz Basel sagte der Basler, dass man bald über seine Zukunft bei Norwich diskutieren werde. Ob diese beim FC Basel liegt, ist aber fragwürdig. Er selbst sagt zwar, dass sein Herz rotblau schlage, trotzdem reize ihn die Premier League weiterhin, da er nur eine Saison in der höchsten englischen Spielklasse auf dem Platz stand.

Zudem scheint die Basler Innenverteidigung um Marek Suchy zurzeit gesetzt und als Ersatzspieler würde Klose wohl kaum zurück ans Rheinknie wechseln. Diese Saison bestritt der Innenverteidiger 32 Spiele in der zweithöchsten Liga.

Wechselt er zum FCB oder nochmals in eine Topliga? (Keystone)

Finanziell unmöglich?

Dazu kommt, dass die Engländer dem Schweizer Nationalspieler ein saftiges Preisschild verpasst haben. Erst letzte Saison lehnte Norwich ein Angebot über 12 Millionen Franken für Klose ab. Bei solchen Summen wird es schwer für einen Schweizer Verein wie den FCB, ein Comeback von Timm Klose erstens finanziell zu stemmen, zweitens zu rechtfertigen, wenn er im Team nicht gesetzt wäre. Nicht nur deswegen ist eine Rückholaktion Kloses auch bei den Fans äusserst umstritten. Trotzdem werden Erinnerungen an die Rückkehr von Alex Frei wach. Das klappte damals auch – irgendwie.

Prognose: Möglich, aber trotzdem unwahrscheinlich. Es müsste vieles zusammenkommen, damit die Rückkehr des Baslers für alle Parteien Sinn macht. Sollte kein arrivierter Innenverteidiger den FCB diesen Sommer verlassen, scheint eine Rückkehr unlogisch – auch finanziell. Zudem drücken Nachwuchstalente wie Manuel Akanji und Eray Cümart auf Einsatzminuten. Auch Angebote aus einer Top-Liga sind bei Timm Klose nicht ausgeschlossen.

Zdravko Kuzmanović

«Ich möchte für immer beim FC Basel bleiben!» posaunte es aus Zdravko Kuzmanović bei seiner Rückkehr zum FCB vor zwei Jahren heraus. Die Realität war eine andere. Er verkrachte sich mit Noch-Trainer Urs Fischer und wurde seither ausgeliehen.

Momentan ist der Serbe an den FC Malaga aus der spanischen Primera Division ausgeliehen. Doch die Spanier werden die Kaufoption für Kuzmanović voraussichtlich nicht ziehen. Auch darum, weil der Mittelfeldspieler praktisch die gesamte Saison aufgrund einer Achillessehnenverletzung verpasste.

Seine Zeit beim FCB scheint trotz laufendem Vertrag abgelaufen. (Keystone)

Jetzt, da Raphael Wicky das Steuer im Sommer beim FCB übernehmen wird, scheint eine Rückkehr nicht mehr völlig ausgeschlossen. «Es wäre schön, wenn es mit dem FC Basel doch noch klappt» so Kuzmanovic zu Blick – und feuert damit die Gerüchteküche gleich selbst an. Wie würden die Fans die Rückkehr des Spielers handhaben? Wie würde der Spieler mit dem sicheren Gegenwind von den Rängen umgehen? Fakt ist: Zdravko Kuzmanović steht ohne Abnehmer noch bis 2020 beim FCB unter Vertrag.

Prognose: Unwahrscheinlich. Bei seinem Abgang vor eineinhalb Jahren wurde wahrscheinlich zu viel Geschirr zerschlagen – auch mit den Fans. Zudem ist fraglich, ob Kuzmanović nach dieser Seuchen-Saison sofort wieder auf Top-Level spielen kann. Ein weiterer Faktor: Die Konkurrenz im Mittelfeld mit Delgado, Fransson, Zuffi, Xhaka und Co. ist hoch. Bei einem passenden Angebot wird Kuzmanović voraussichtlich verkauft oder nochmals ausgeliehen.

Abwarten ist angesagt

Mal ehrlich: Wer würde zurzeit nicht gerne Mäuschen hinter den Kulissen des FCBs spielen? Es ist eine spannende und zugleich unsichere Zeit für die Fans. Vielleicht stehen die drei tatsächlich zur Debatte. Doch bei einem Transfer im heutigen Fussball spielen derart viele Faktoren eine Rolle, dass es letztendlich nicht unbedingt nur an den finanziellen oder perspektivischen Ansichten der Spieler scheitert.

Fakt ist: Das Transferkarussel dreht sich noch eine ganze Weile. Es bleibt also personell ungemein spannend rund um den FCB.

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