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Der Telebasel News Beitrag vom 12. Mai 2017

Basel

«Diese Million ist nun irgendwo in den Gleisen»

Heute feierte das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) zusammen mit den französischen Kollegen die Gleiszusammenlegung der Linie 3 nach Saint-Louis. Die 3,1 Kilometer lange Weiterführung über die Grenze nach Frankreich ist nun ein Stück weiter. Wie Baudirektor Hans-Peter Wessels bei der Einweihung einräumte, wäre das eventuell auch ohne den kritisierten Millionen-Deal möglich gewesen.

Das «Drämmli» ins Elsass ist um einen symbolischen Schritt weiter. Heute wurden die Teilstücke aus der Schweiz und Frankreich zusammengeschlossen. Regierungsrat Hans-Peter Wessels und Alain Girny, Präsident der Saint-Louis Agglomération, weihten dieses letzte Puzzleteil feierlich ein. Die umgebaute Zollanlage ist ebenfalls bezugsbereit.

Untersuchung wegen mündlichem Deal

Der Schweizer Abschnitt kostet 35 Millionen Franken, derjenige in Frankreich 54 Millionen. Dabei sorgte aber ein zusätzlicher Betrag seit Monaten für rote Köpfe. Ende 2016 machte die ‹Basler Zeitung› publik, dass der Baudirektor Hans-Peter Wessels die damalige BVB-Leitung anwies, dafür eine Million Euro an Frankreich zu überweisen. Dies ohne schriftliche Vereinbarung, ohne Kenntnis des Grossen Rates und ohne Gegenleistung – so die Vorwürfe.

Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung ein. Diese ist noch immer im Gange. Ende Januar gab Wessels in einem Interview mit Telebasel zu, dass die Zusage Frankreich nicht schriftlich verbürgt ist. Es soll sich also um einen mündlichen Deal von 2012 handeln.

Saint-Louis als Endstation

«Diese Million ist nun irgendwo in den Gleisen», kommentiert Wessels die besagte Vereinbarung. Es handle sich um einen von vielen Beiträgen nebst demjenigen der Eidgenossenschaft und neun französischen Finanzierungspartnern. «Rückblickend hätte man das aber anders finanzieren können», räumt er im Hinblick auf den voraussichtlich guten Budgetabschluss ein. Bei einem Projekt dieser Dimension müsse man sich aber gut absichern.

Endstation ist künftig nicht mehr bei Burgfelden Grenze: Die Tramlinie 3 wird von dort aus zum Bahnhof Saint-Louis verlängert. Bis dahin fehlen aber noch die Abschlussarbeiten und Testfahrten. Am 9. Dezember sollen dann die ersten Trams die Burgfelder Grenze passieren.

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