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Telebasel News-Beitrag vom 8. Mai 2017

Basel

Basler Verkehrs-Betriebe 2016 mit Gewinn

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben das vergangene Jahr bei einem Gesamtumsatz von 234 Millionen mit einem Plus von gut 300'000 Franken abgeschlossen. Dies gelang trotz leichten Rückgängen bei den Passagierzahlen und den Personenkilometern.

Unternehmerisch sei 2016 für die BVB «ein gutes Jahr» gewesen, sagte Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal am Montag bei der Jahresmedienkonferenz. An «verschiedenen Fronten» seien «echte Fortschritte» erzielt worden. Der Jahresgewinn betrug 313’396 Franken, gegenüber 173’052 im Vorjahr.

Die etwas weniger positiven Verkehrszahlen hatte das Unternehmen schon Ende Februar bekannt gegeben: Im vergangenen Jahr hatten die BVB 132 Millionen Fahrgäste transportiert. Das ist ein Rückgang um ein Prozent gegenüber 2015.

Die Verkehrsleistung sank gleichzeitig von 302 auf 299 Millionen Personenkilometer. Hauptgrund dafür seien zahlreiche Baustellen mit Streckensperrungen gewesen, hiess es.

Höhere kantonale Abgeltungen

Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die BVB auch einen Umsatzrückgang. Nebst den geringeren so genannten «Einsteiger»-Zahlen sei der Umsatzrückgang auf einen veränderten Verteilschlüssel im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) zurückzuführen. Die Transporterlöse sanken um 1,7 Millionen Franken.

Einzelnen Positionen der Rechnung seien nicht direkt mit dem Vorjahr vergleichbar, hiess es weiter: Die BVB haben Anfang 2016 ihr Abrechnungsmodell bei der Mehrwertsteuer von der pauschalen auf die effektive Methode umgestellt, wie Finanzleiter Stefan Popp sagte. Dies soll zu Einsparungen bei den Investitionen führen.

«Effizienzmassnahmen» hätten jedoch den Umsatzrückgang sowie Mehrkosten zugunsten des Deckungsbeitrags der Pensionskasse kompensiert. Die Vorgabe des Kantons als Eigner an die BVB, die Effizienz um eine Million Franken zu steigern, sei dabei umgesetzt worden. Die Abgeltungen des Kantons stiegen dennoch um 7,1 Millionen Franken auf gut 65 Millionen Franken.

Weitere Einsparungen

Per Ende 2016 beschäftigten die BVB 1241 Mitarbeitende, acht weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitstellen nahm um 41,5 auf 1116,7 ab. Weitere Reduktionen beim Personal sind geplant, wie Blumenthal sagte – ohne diese zu beziffern. Aus wirtschaftlichen Gründen würden die BVB jedoch niemanden entlassen.

20 Millionen Franken wollen die BVB zwischen 2015 und 2020 insgesamt einsparen. Dies soll insbesondere durch Optimierungen und Vereinfachungen bei Prozessen geschehen, etwa bei der im nächsten Jahr anstehenden Revision der Combino-Tramflotte.

Weiter vorangeschritten ist derweil die Erneuerung der Flotte: Ende 2016 waren 34 der neuen Flexity-Trams im Einsatz, dazu das erste Fahrzeug des kurzen Typs. Die Lieferung der insgesamt 44 langen Trams soll im Sommer abgeschlossen sein. Danach beginne bis im Frühjahr 2018 die Anlieferung der restlichen 16 kurzen Flexity-Trams.

«Altlasten» beseitigen

Beim Ausbau der Tramlinie 3 über die Grenze sollen Ende dieser Woche die Gleise zwischen Frankreich und der Schweiz zusammengeschlossen werden. Der nach Frankreich verlängerte ‹Dreier› soll im Dezember in Betrieb gehen. Derzeit verhandeln die BVB und der Kanton Basel-Stadt mit der französischen Seite über die Betriebsvereinbarung.

Ein Thema sei dabei die zugesicherte Millionenzahlung nach Frankreich, wie die Verantwortlichen weiter sagten. Ziel sei es, dass die BVB als Gegenleistung das Trasse über eine bestimmte Laufzeit günstiger oder kostenlos nutzen können. Die Million sei indes weder im Geschäftsbericht 2016 verbucht noch ausbezahlt.

Das Bauvolumen der BVB betrug im vergangenen Jahr 16 Millionen Franken; 2017 sollen es rund 43 Millionen Franken sein. Damit werde der Nachholbedarf bei der Gleiserneuerung abgebaut, sagte BVB-Direktor Erich Lagler. Bis 2020 wollen die BVB jährlich rund 35 Millionen Franken in den Gleisersatz investieren; 2018 unter anderem in einem Teil der Güterstrasse, ein Jahr später am Centralbahnplatz.

Mit dem Abbau weiterer «kleinen Altlasten» seien die BVB zudem noch bis zu vier Jahre beschäftigt, sagte Blumenthal weiter. Konkret benennen wollte er diese nicht.

(sda)

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