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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Mai 2017

Region

Stimmen aus der Nachbargemeinde Saint-Louis

Das Duell zwischen Marine Le Pen und Emmanuel Macron ist noch im Gange. Mit Spannung werden die Resultate auch in Basels Nachbargemeinde Saint-Louis erwartet. Bürgermeister Jean-Marie Zoellé sowie mehrere Stimmberechtigte aus dem Elsass erzählen, was sie vom künftigen höchsten Kopf Frankreichs erwarten.

Mehr Fingerspitzengefühl für die Grenzregion Elsass. Das erhofft sich Jean-Marie Zoellé vom künftigen Präsidenten. Der Bürgermeister von Saint-Louis nennt als Beispiele die Verlängerung der Tramlinie 3 und den EuroAirport. «Wir werden sehen, ob wir Frankreich einmal in Staat umbauen können, der nicht mehr hyperzentralisiert ist». Wenn alles weiterhin auf Paris ausgerichtet bleibe, werde die Sensibilität für die spezielle Lage seiner Gemeinde fehlen.

«Zwischen Pest und Cholera»

Bei der Stichwahl tippt Zoellé auf Emmanuel Macron. Aus seiner Sicht verkauft Le Pen lediglich den «alten Laden» ihres Vaters. Ihr Wahlprogramm sei auf die Vergangenheit gerichtet. In Macron sieht er hingegen noch eher das, was das Dreiländereck ausmacht: «Wir leben ja Europa im Alltäglichen».

Bei den Urnen sind nicht alle so begeistert über die Konstellation des zweiten Wahlgangs: «Wir befinden uns zwischen Pest und Cholera », sagt Philippe Amecy. Der Pfarrer aus Saint-Louis beschreibt die Wahl dem wirtschaftsliberalen Emmanuel Macron und der rechtsnationalen Marine Le Pen mit pointierten Worten. Wie er feststellt, entscheiden sich viele für den Ersteren, um dem Front National aus dem Weg zu gehen.

Mehr Blick in die Zukunft

Für Fathi Mohamed ist hingegen klar, dass das Elsass mit den vielen Pendlern in die Schweiz auf offene Grenzen angewiesen ist. Daher vermutet er, dass Macron aus diesem Grund auch hier einige Stimmen bekommen wird. Wer auch immer das Rennen macht: Michèle Cabocel findet, dass das Land dringend mehr Arbeitsstellen und mehr Blicke in die Zukunft braucht. Doch nicht nur das. Verschlossenheit und Angst blockieren in ihren Augen momentan viel. «Wir müssen auch wieder träumen lernen», findet die Wählerin.

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