Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 3. Mai 2017.

Baselland

Gemeinderat Reinach entlässt Asylbetreuerin

Gestern Abend hat der Gemeinderat Reinach beschlossen, das Arbeitsverhältnis mit der Betreuerin F.E. aufzulösen und per sofort freizustellen. Grund dafür sei ein massiv gestörtes Vertrauensverhältnis und das Nichteinhalten von Vereinbarungen.

Seit 19 Jahren arbeitet F.E. im Asylheim Reinach. Laut der Gemeinde Reinach habe sie die ersten 16 Jahre ihren Job sehr gut gemacht. Ihre Leistungen seien nie angezweifelt worden, das Arbeitsverhältnis sei immer unkompliziert und kollegial gewesen. Zwischen 2012 und 2015 kam es dann aber zu mehreren krankheitsbedingten Ausfällen. Während der Krankheitszeit und seit ihrer Genesung habe  sich das gute Verhältnis zwischen ihr und ihren Vorgesetzten und Arbeitskollegen «aus unerklärlichen Gründen zunehmend verschlechtert», so die Gemeinde Reinach in einer Mitteilung.

Kritik und Einmischung

Die Mitarbeiterin stehe hinter Vorwürfen gegen eine im letzten Sommer freigestellte Asylbetreuerin sowie an die Adresse der Gemeindebehörden, sagten die Verantwortlichen der Gemeinde vor den Medien. Sie habe ihre Kollegen kritisiert, Entscheide des Vorgesetzten in Frage gestellt, Kritik an ihren Fehlern nicht akzeptiert und sich in die Arbeit der anderen eingemischt. Auch die drei halbtägigen Supervisionssequenzen und ein Massnahmenplan brachten keine Verbesserung. Gemeinsame Ziele zu erreichen, sei nicht mehr möglich gewesen.

Die Asylbetreuerin war im vergangenen Sommer schriftlich ermahnt worden. Trotz verschiedener Massnahmen habe sich das Verhältnis nicht verbessert.

F.E. freigestellt

Am 2. Mai 2017 wurde F.E.s Anwalt dann in der Basler Zeitung zitiert, welche das Vertrauensverhältnis zwischen der Gemeinde Reinach und F.E. endgültig zerstört haben. Aussagen wie «Diktatorische und persönlichkeitsverletzende Arbeitsverhältnisse dürfen in der Gemeindeverwaltung Reinach nicht geduldet werden» kamen vor. Eine gute Basis für eine weitere Zusammenarbeit sei nicht mehr gegeben, so die Gemeinde Reinach. Der Gemeinderat habe daher einstimmig beschlossen, die Mitarbeiterin per sofort freizustellen und ihr nach Gewährung des rechtlichen Gehörs ordentlich zu kündigen.

Verdacht auf sexuelle Handlungen

Schon im vergangenen Sommer hatte die Gemeinde Reinach eine Asylbetreuerin per sofort freigestellt. Grund waren gemäss damaliger Gemeindemitteilung unterschiedliche Auffassungen über das Verhalten gegenüber einem minderjährigen Asylbewerber. Kurz vor der Freistellung hatte die zuvor verwarnte Frau von sich aus gekündigt.

Ein Strafverfahren gegen diese Asylbetreuerin wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Abhängigen ist bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft derzeit hängig. Die nun freigestellte Mitarbeitern habe der Gemeinde in dieser Sache Vertuschung und Begünstigung vorgeworfen, wie es von der Gemeinde weiter hiess.

Kein Strafverfahren gegen Gemeinde

Ob sich die Gemeindebehörde möglicherweise der Begünstigung schuldig gemacht hatte, als sie es unterliess, eine Strafanzeige einzureichen, hatte die Baselbieter Staatsanwaltschaft im Rahmen einer Vorprüfung abgeklärt. Sie kam zum Schluss, dass der gesetzliche Straftatbestand nicht erfüllt ist, wie es am Mittwoch auf Anfrage hiess.

Dieser würde eine Garantenstellung voraussetzen, was aber nicht der Fall sei. Den verantwortlichen Organen der Gemeinde könne somit keine strafrechtlich relevantes Verhalten vorgeworfen werden. Die Staatsanwaltschaft leitet daher kein Strafverfahren gegen die Gemeindebehörden ein.

(sda / Jullia Burri / Yves Geng)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel

Auch interessant