Franzosen in den Übersee-Gebieten - hier in Montreal - standen bereits gestern vor den Wahllokalen an. (Keystone/Graham Hughes/The Canadian Press via AP)

International

Frankreich wählt neues Staatsoberhaupt

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag, 23. April 2017, in Frankreich die europaweit mit Spannung verfolgte Präsidentenwahl begonnen. Knapp 47 Millionen Bürger sind seit 8:00 Uhr aufgerufen, ihr neues Staatsoberhaupt zu wählen.

Rund 50’000 Polizisten und Soldaten sollen für einen sicheren Wahlablauf sorgen. Elf Kandidaten treten an, von denen laut Umfragen aber nur vier Bewerber echte Chancen auf den Einzug in die Stichwahl am 7. Mai 2017 haben.

Als Favorit geht der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron in die Wahl. Der 39-Jährige gilt als Reformer und Anhänger der europäischen Integration. Knapp hinter Macron liegt die rechtsextreme Euro-Gegnerin Marine Le Pen. Sie will den Euro in Frankreich abschaffen und das Volk über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen.

Nachfolger von Hollande

In Umfragen hat sich der konservative Ex-Ministerpräsident François Fillon wieder in Schlagweite zu den Führenden geschoben. Aussenseiterchancen werden auch dem linken EU-Skeptiker Jean-Luc Mélenchon eingeräumt. Der scheidende sozialistische Präsident François Hollande tritt nicht mehr an.

Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen ziehen in die Stichwahl ein. Auch dafür wurden Macron die besten Chancen eingeräumt. Mit ersten Prognosen ist nach Schliessung der letzten Wahllokale in den Grossstädten um 20:00 Uhr zu rechnen. Die Franzosen in den Übersee-Gebieten haben bereits gestern gewählt.

Mit ausschlaggebend bei dieser Abstimmung könnte das Mass der Enthaltungen sein. Kurz vor der Wahl zeigte sich noch rund ein Drittel der Wähler unentschlossen. Das wäre ein neuer Höchststand.

Nerven liegen überall blank

Erstmals in der französischen Geschichte findet eine Präsidentschaftswahl unter dem Ausnahmezustand statt. Seit Anfang 2015 wurden mehr als 230 Menschen bei Attentaten getötet, zuletzt am Donnerstag, 20. April 2017, ein Polizist in Paris.

Ein Bombenalarm hat am Samstag zur vorübergehenden Räumung des französischen Konsulats in New York geführt, wo hunderte im Ausland lebende Franzosen ihr Stimme bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl abgeben sollten. Wie Konsulin Anne-Claire Legendre sagte, liess die Polizei das Gebäude an der Fifth Avenue gegen 17 Uhr Ortszeit evakuieren.

Grund war ein verdächtiges Fahrzeug. Nach etwa 50 Minuten wurde der Alarm aber wieder aufgehoben. Das Wahllokal sollte regulär um 19:00 Uhr schliessen.

(sda reu afp)

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