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Der Telebasel News Beitrag vom 23. April 2017.

Region

Frankreich im Wahlfieber: Ein Augenschein in Saint-Louis

Die Spannung steigt: Wer macht bei den Präsidentschaftswahl in Frankreich das Rennen? Mit dieser Frage schlägt sich heute Sonntag, 23. April 2017, auch Basels elsässische Nachbargemeinde herum. Ein paar Stimmen aus Saint-Louis.

Für Marie Felicité Sainreau ist die Entscheidung klar. Aus ihrer Sicht repräsentiert der jüngste der elf Kandidaten am ehesten das Frankreich von heute. «Emmanuel Macron spricht die Sprache der Jugend.» Dabei spricht Sainreau ein Thema an, das im Sorgenbarometer weit oben steht: Fehlende Perspektiven für die Jungen.

Als Mutter kennt sie das Problem besonders gut. Zwar hatten ihre Söhne Glück und kamen sowohl in Genuss eines Studiums wie auch eines Jobs. «Längst nicht alle haben aber diese Möglichkeit und daher kaum eine Zukunft», bedauert sie. Früher habe es in Frankreich noch Handwerker gegeben. Das fehle heute zunehmend. Da Marie Felicité Sainreau in der Schweiz arbeitet, kennt sie das hiesige System der Berufslehre. So etwas gibt es in ihren Augen in Frankreich noch zu wenig.

Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Sicherheit

Lucien Nowaczyk nennt ebenfalls die Arbeitslosigkeit als grosses Problem, aber auch den Terrorismus und die Sicherheit in den Städten. Seine Wahl fiel auf diejenige Kandidatin, die am meisten für Diskussionsstoff gesorgt hat: Marine Le Pen vom rechten Front National. «Ihr Programm gibt uns die Freiheit wieder zurück», findet Nowaczyk. Er betrachtet nämlich Frankreich als ein von der EU «besetztes» Land, das sich am Brexit ein Vorbild nehmen solle.

Wiederum anders sieht Liliane Kleinmann die Sache. Sie wählt zwar ebenfalls lieber rechts, kann aber mit Le Pens Anti-EU-Kurs nicht viel anfangen. Daher tippt sie auf François Fillon. Dass dieser im Vorfeld wegen mutmasslicher Veruntreuung von öffentlichen Geldern unter Beschuss kam, sieht sie als Kampagne. «Dieser Mann hat trotz allem seine Nerven behalten», hält sie Fillon zugute.

Nicht alle elsässischen Wähler setzen ihre Hoffnungen auf einen einzelnen Kandidaten. Bernard Müller sieht die Sache eher pessimistisch – egal, wer nun das Rennen macht. «Die hohen Köpfe machen ohnehin das, was sie wollen.»

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