Der verhaftete Täter soll den Anschlag auf den BVB-Bus alleine geplant und ausgeführt haben. (Keystone/EPA/RONALD WITTEK)

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Keine Hinweise auf Mittäter bei Anschlag auf BVB-Bus

Nach der Festnahme eines Verdächtigen wegen des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann allein handelte.

«Nach unseren bisherigen Erkenntnissen haben wir keine Anhaltspunkte für mögliche Gehilfen oder Mittäter», sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Freitag, 21. April 2017 in Karlsruhe. Diese Frage werde aber dennoch bei den weiteren Ermittlungen im Blick behalten.

Zum verwendeten Sprengsatz konnte Köhler noch keine genaueren Angaben machen. Diese Frage könne noch nicht abschliessend beantwortet werden, sagte sie. Die Untersuchungen dazu seien komplexer, weil durch die Zündung der Sprengstoff vollständig umgesetzt worden sei. Dieser müsse nun über Umwege wie etwa Bodenproben ermittelt werden.

Die Spezialeinheit der Bundespolizei GSG9 hatte am frühen Freitagmorgen einen 28-Jährigen im Raum Tübingen festgenommen. Er soll aus Habgier versucht haben, möglichst viele Spieler des Vereins zu verletzen oder gar zu töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen.

Dem Mann werden versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Er soll am Freitagnachmittag dem Haftrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

BVB-Attentäter nahm Kredite im Umfang zehntausender Euro auf

Der Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Verbraucherkredite in Höhe von mehreren zehntausend Euro aufgenommen. Mit dem Geld setzte er auf fallende Kurse der BVB-Aktie, und zwar mittels sogenannter Put-Optionen.

Er kaufte drei verschiedene dieser Papiere, wie die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Freitag in Karlsruhe sagte. Die meisten erwarb er demnach am Tag des Anschlags.

Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte der Gewinn den Ermittlern zufolge “ein Vielfaches des Einsatzes” betragen. Zum maximalen Gewinn könne die Bundesanwaltschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nichts sagen, teilte Köhler mit. Berechnungen von Finanzermittlern des Bundeskriminalamts stünden noch aus.

Die Aktie des Fussballklubs notierte am 11. April vor dem Anschlag bei 5,65 Euro. Am Tag danach sank der Wert bis auf 5,50 Euro – also lediglich um etwa drei Prozent. Selbst nach der Niederlage des BVB gegen den AS Monaco am 13. April ging die Aktie nur bis auf 5,38 Euro nach unten. Put-Optionen haben aber eine Hebelwirkung.

Beamte der Spezialeinheit GSG9 nahmen nach Angaben der Bundesanwaltschaft am frühen Freitagmorgen einen 28-jährigen Mann fest. Er soll aus Habgier versucht haben, möglichst viele Spieler des Vereins zu verletzen oder gar zu töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen.

Beim Anschlag am 11. April waren drei Sprengsätze in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco befanden. Dabei wurden der BVB-Fussballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

(sda afp)

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