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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 16. April 2017 mit Jo Vergeat, Nicolas T. Lüdin und Denis Clyde. (Moderation: Karin Müller)

Basel

24-Stunden-Gesellschaft, Feminismus und Landesgrenzen

Wie fühlen sich junge Menschen nachts in Basel? Muss man «aufpassen»? Darüber und über den Feminismus sowie die Landesgrenzen diskutieren Jo Vergeat (Junges grünes Bündnis, Kulturstadt jetzt, Studentin), Nicolas T. Lüdin (angehender Anwalt, Hauptmann Schweizer Armee) und Denis Clyde (Kosmetik-Unternehmer) im Sonntags-Talk vom 16. April 2017.

24-Stunden-Gesellschaft

Basel liegt landesweit an der Spitze bei der Gewaltkriminalität. Im Talk vom 28. März 2017 (siehe Video unten) führte Sicherheitsdirektor Baschi Dürr als ersten Grund dafür das «veränderte Ausgehverhalten» an, die «Mediteranisierung» des öffentlichen Raumes: Das Partyleben. Die Ermittler der Stawa sprachen von einem «Kriminalitätsimport»: Leute aus dem Baselbiet und dem Ausland kämen oft «verladen», um die Sau raus zu lassen.

Telebasel Talk vom 28. März 2017 mit Baschi Dürr. (Video: Telebasel)

Aber wenn die Kultivierung der Stadtnacht ab 4 Uhr nur mehr in Schlägereien aus Unbefriedigtheit übergehen, in das Pinkeln in Hauseingänge mündet und Jugendliche trotz enormem Polizeiaufgebot auf der Gasse Zähne und iPhones verlieren, dann stellt sich die Frage, ob wir nicht ganz einfach überfordert sind mit der 24-Stunden-Gesellschaft. Wie fühlen sich denn junge Menschen nachts in Basel? Muss man «aufpassen»? Ist die 24-Stunden-Gesellschaft überhaupt sinnvoll oder Animierung zu einem Abbau-Lebensstil?

Braucht es den Feminismus?

Für den Feminismus gibt es sehr gute Gründe: Lohnungleichheit, massive Ungleichheit bei Chefposten und häusliche Gewalt sind grosse Probleme. Fraglich, wie viel davon bis in ein paar Jahren noch bleibt: In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen ist der Anteil Frauen mit einem Abschluss einer Fachhochschule oder einer universitären Hochschule höher als jener der Männer, so das Bundesamt für Statistik.

Nun wird auch Kritik am Feminismus laut. Bürgerliche Frauen sagen, es gehe auch ohne Frauenquote. Das öffentliche «BH-Verbrennen» oder «Penis-Schöggeli-Verteilen» bringe nichts. Die Emanzipationsverlierer seien heute ohnehin Jungen und Männer. Männer fühlten sich durch das Erstarken der Frau verunsichert. Es stellt sich die Frage: Wie viel Feminismus braucht es noch?

Spielen Landesgrenzen noch eine Rolle?

Mehr oder weniger Landesgrenzen? Man könnte meinen, dass die Grenzen für die heute 20-Jährigen kaum mehr eine Rolle spielen. Dank Personenfreizügigkeit wird ohne weitere Formalität in Paris, Berlin, Rom studiert oder gearbeitet. Als Wochenenddestinationen locken dank Billigfliegern London oder Barcelona. Aber wie ist denn dabei das Selbstverständnis als Nichtmitglied der EU? Schweizer im Ausland? Non-EU-Europäer? Müssen wir da rein bei der EU? Wird die Schweiz in 20 Jahren sowieso dabei sein? Oder muss sie sich aus wirtschaftlichen, sozialen, vielleicht sogar sicherheitstechnischen Überlegungen abgrenzen?

1 Kommentar

  1. “Herr” Clyde? Der Mann ist weder ein “Herr” noch heisst er Clyde. Es gibt in Basel tausende gestantender Frauen und Männer welche einen inhaltlich sinnvollen und intelligenten Beitrag zu den im Sonntags Talk leisten könnten.Report

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