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Der Telebasel News Beitrag vom 10. April 2017. (Video: Telebasel)

Basel

Handy-Gaffer auf dem Vormarsch

Die Basler Staatsanwaltschaft stellt fest, dass immer mehr Menschen bei Unglücksfällen und Verbrechen Bilder von Verletzten und Toten ins Internet stellen – mit verheerenden Folgen.

Den Basler Blaulichtorganisationen kommen immer mehr Menschen mit ihrem Handy in die Quere, sagt Peter Gill von der Basler Staatsanwaltschaft. «Wir stellen regelmässig fest, dass bei einem Verkehrsunfall Verletzte gefilmt oder bei einem Suizid Tote fotografiert werden», sagt Gill. Allgemein würden bei Polizeieinsätzen viele Gaffer rumstehen und die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindern.

 Die Polizei weist die Schaulustigen dann weg. Dabei hat sie auch so schon alle Hände voll zu tun. «Es ist leider eine Tatsache, dass die Leute bei Unglücksfällen und Verbrechen Tote und Verletzte filmen», so Gill. Diese Bilder landen dann oft im Internet. «Das ist natürlich verheerend.»

Weisses Zelt als Schutz vor Schaulustigen

Dieses Phänomen habe in letzter Zeit deutlich zugenommen. «Wir sehen das überall. Jeder hat heute ein Handy dabei und dann macht man halt einfach mal ein paar Bilder, sagt Gill. Bei Todesfällen im öffentlichen Raum komme darum immer ein weisses Zelt zum Schutz vor Schaulustigen zum Einsatz. So könnten Rechtsmediziner und Kriminaltechniker eine erste Untersuchung vornehmen, ohne dass die Öffentlichkeit etwas sieht.

 «Denken sie an die Angehörigen: Die Angehörigen, die dann im Internet den Vater oder die Tochter sehen, tot am Boden liegend», sagt Gill. Oder verletzte Menschen, die später im Internet sehen, dass sie in einer Notlage abgebildet worden sind. «Das ist sehr gravierend.»

Persönlichkeitsklage hilft nur bedingt

Die Opfer können sich zwar mit einer Persönlichkeitsklage wehren, das Internet vergisst aber trotzdem nicht. Was einmal im Internet ist, bleibt dort. Peter Gill: «Man muss sich immer vorstellen, wie es für einen selber ist, wenn man verletzt ist und nachher Bilder davon im Internet findet.»

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