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Der Telebasel Report vom 5. April 2017.

Basel

Report: Basel lässt die Hüllen fallen

Am 8. April 2017 öffnet am Erasmusplatz der erste Unverpackt-Laden der Stadt. Reis, Dinkel, Pasta etc. gibt es da völlig hüllenlos, also ganz ohne Verpackung. Im Mai zieht die Abfüllerei im Gundeli nach. Der Report hat beide Teams bei den Vorbereitungen begleitet und zeigt, wie unverpackt funktioniert.

Rund ein Fünftel unseres Kehrichts besteht aus Verpackungen, nämlich Glacé-Papier, Kartonschachteln, Folien oder Plastik-Behälter – praktisch alles, was man kauft, ist verpackt. Damit soll jetzt Schluss sein, finden zwei Basler Unternehmer-Teams und drehen den Spiess einfach um: Sie werden in Kürze sogenannte ‹Unverpackt Läden› eröffnen, in denen man kein Lebensmittel MIT Verpackung kaufen kann.

An den Behältern bei Basel unverpackt bedient sich jeder selber. (Bild: Telebasel)

Lebensmittel zum Selbst-Abfüllen

Mit Basel unverpackt (8. April 2017) und der Abfüllerei (Mai 2017) eröffnen in den nächsten Tagen und Wochen gleich zwei Läden mit Unverpackt-Philosophie. Das Prinzip ist ganz einfach: Wer in besagten Shops einkaufen möchte, bringt seinen eigenen Behälter mit: Tupperware, Flaschen, Einmachgläser oder Dosen – völlig egal. Der Behälter wird vor und nach dem Befüllen gewogen und so der Preis berechnet. Je stabiler der Behälter, desto öfter kann man ihn verwenden und desto grösser auch der Effekt des Verpackung-Sparens.

Julian von Basel unverpackt zeigt, wie einfach das System funktioniert (Bild: Telebasel)

Nicht nur Essbares wird abgefüllt

Das Sortiment ist in allen Unverpackt-Läden in etwa gleich: Von verschiedenen Reis-, Getreide- und Pastasorten geht es über Müesli, Nüsse, Gewürze bis hin zu Schokolade, Gummibärchen und Tierfutter.

Abgefüllt werden aber auch Non Food-Artikel wie Putzmittel oder Duschmittel – Hauptsache, es wird Verpackung gespart. «Unser Engagement geht aber über den reinen Laden hinaus», sagt Hugo von Basel unverpackt, «in verschiedenen Workshops und Vorträgen setzen wir uns auch für soziale und ökonomische Nachhaltigkeit ein».

Basel unverpackt ist zudem als Genossenschaft organisiert und hält in den Statuten effektiv fest, dass sie keinen Gewinn erwirtschaften möchte.

Ähnlich klingt es bei der Abfüllerei: Auch Simone und Ivo, das Gründer-Duo, sehen sich nicht nur als Verkaufsladen, sondern als Ort, an dem «bewusstes Konsumverhalten gelebt wird». Finanziert hat sich die Abfüllerei per Crowdfunding.

Siedlungsabfälle in der Schweiz steigen an

Unverpackt-Läden boomen aber nicht nur in Basel: Allein in der Deutschschweiz sollen in diesem Jahr über zehn Läden eröffnen. In der Romandie ist der Trend hin zum hüllenlosen Einkaufen schon länger zu beobachten.

Den Ursprung hat der Trend unter anderem in der ZeroWaste-Bewegung. Ihr Ziel ist es, wie der Name schon sagt, Müll möglichst oder gar ganz zu verhindern. Immerhin steigt der Abfall pro Kopf in der Schweiz seit 1970 stetig an und hat sich bis heute mehr als verdoppelt (siehe Grafik 2). Da die Abfallmenge stark mit dem Wohlstand korreliert, belegt die Schweiz im internationalen Ranking nach Dänemark auch einen unrühmlichen Spitzenplatz (Grafik 1).

Die Telebasel News vom 8. April 2017 zum Thema:

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