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Der Telebasel Talk vom 23. März 2017
Basel

Wozu braucht Basel ein Anti-Stress-Haus?

Stress, Gehetze, Erschöpfung: Jede vierte Person in der Schweiz klagt über Überlastung am Arbeitsplatz. Der Stress zerrt nicht nur an der Gesundheit sondern an der Bilanz: Fachleute reden von Milliardenausfällen. Längst ist die Stressbekämpfung selber zum Geschäftsfeld geworden: Nun hat mit dem ersten Schweizer «Resilienz-Zentrum» in Basel ein erstes Anti-Stress-Haus seine Türen geöffnet. Was geschieht da? Im Talk spricht Gründer Mario Grossenbacher, ab 18.40 Uhr.

Die Milliardenausfälle entstehen nicht allein durch häufigere Absenzen sondern eben gerade bei der Präsenz: Mario Grossenbacher spricht von «Präsentismus». Heisst: Die Leute erscheinen zwar aus Angst vor Jobverlust pünktlich im Büro. Aber sie tun nichts oder wenig oder zu wenig, weil sie (aus unterschiedlichen Gründen) «nicht mehr können». Um dabei nicht entdeckt zu werden, entwickeln die Betroffenen raffinierte Tricks – und leiden. Grossenbacher, der nun in Basel das erste Schweizer «Resilienz-Zentrum» eröffnet hat, sucht den Kontakt zur Chefetage verschiedener Betriebe. Laut der «Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz» kostet der Stress an Schweizer Arbeitsplätzen die Arbeitgeber fünf Milliarden Franken pro Jahr.

Aber das als privatwirtschaftliches Unternehmen geführte «Resilienz-Haus» muss Überzeugungsarbeit leisten, auch im übertragenen Sinne: Stress ist oft Haltungssache, Überforderung nicht selten ein Problem erworbener und antrainierter Verarbeitungstaktiken, die sich über die langen Arbeitsjahre nicht bewähren. Die bei Neuerungen zu Blockaden führen. Mit Resilienzen sind die psychischen Widerstandskräfte gemeint. Das Anti-Stress-Haus bietet Kurse und Coachings an, mit denen die betroffene Person Notsituationen besser erkennen kann und darauf reagieren lernt.

Will also Grossenbacher die Leute wieder fit machen für den oft als Raubbau empfundenen Druck in der Arbeitswelt? Er widerspricht und mahnt – ganz im Sinne der Stressbekämpfung – eine positivere Weltsicht und Lebenseinstellung an. Und selbst wenn ein Arbeitgeber objektiv ein «Zuviel» an Leistung fordert: Der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin mit verbesserter Stress-Kompetenz kann auch mit mehr Selbstgewissheit Entlastungen einfordern, die eine überforderte Person vielleicht nicht einmal mehr zu formulieren wagt.

Im Talk Mario Grossenbacher, ab 18.40 Uhr.

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