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Der Telebasel News Beitrag vom 19. März 2017.

Basel

Ängste überwinden mit Virtual Reality

Ob Angst vor der Höhe, Stürmen oder Spinnen: Viele Leute leiden heutzutage unter Phobien. In den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPKBS) werden diese Angstzustände neu mit dem Einsatz von Virtual Reality-Brillen bekämpft.

Die Basler Klinik ist die erste schweizweit, die die Technologie zur medizinischen Behandlung von Phobien verwendet.

Durch das Aufsetzen der VR-Brille können sich Patienten in eine virtuelle Welt versetzen, wo sie sich in Situationen begeben, die sie fürchten. Wer beispielsweise Angst vor Spinnen hat, begibt sich mit dem Aufsetzen der Brille in einen Raum mit einer grossen, zappelnden Spinne. Der Patient kann sich mit einem Controller in der virtuellen Welt fortbewegen und sich der Spinne immer mehr nähern. Ebenfalls kann die Situation jederzeit abgebrochen werden.

Während der Bewältigung des Zustandes wird der Behandelnde darum stets von einem Therapeuten begleitet, der ihn unterstützt und ermuntert.  Die innovative Behandlungsmethode hat den Vorteil, dass die Situationen sehr stark kontrolliert werden können. So kann der Patient die genau gleiche Angstsituation immer wieder durchspielen.

Zudem muss, wer beispielsweise seine Höhenangst bekämpfen möchte, auch nicht mehr auf das Basler Münster steigen, sondern kann das ganz einfach im Behandlungsraum der UPK machen. «Durch die virtuelle Realität werden den Patienten viele Hemmungen genommen», bringt es Dr. Dorothée Bentz vom Labor für virtuelle Realität und Psychophysiologie auf den Punkt.

Erste Behandlungen vielversprechend

Ziel der Behandlung ist es, dass der Patient seine Erfahrungen von der virtuellen Welt in die reale Welt übertragen kann. Das habe bisher auch gut geklappt: «Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass auch wenn die Therapie in virtueller Realität stattfindet nachher eine Übertragung in den Alltag der Patienten stattfindet», so Dr. Dorothée Bentz.

Da die ersten Behandlungen sehr erfolgsversprechend verlaufen sind, möchten die UPKBS die Behandlungsmethode mit der VR-Brille noch weiter ausbauen. Zurzeit wird in der Klinik zudem eine von der Forschungsplattform der Universität Basel geleitete Studie zur Behandlung von Spinnenphobie durchgeführt, welche die therapeutische Behandlung in virtueller Realität in Kombination mit Medikamenten untersucht.

Für die Studie werden immer noch Probanden und Probandinnen gesucht, siehe spinnenangst-studie-flyer-online.

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