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Der Telebasel Talk vom 16. März 2017

Basel

Biennale Pratteln: Heute startet die grösste Baselbieter Kunstschau

Dass Basel die wichtigste Schweizer Kunstregion ist, wissen wir. Aber ab heute muss die Gemeinde Pratteln mit zu unserem Kunststandort gezählt werden. Denn heute startet die derzeit grösste Kunstschau auf Baselbieter Boden: Die Biennale Pratteln. Eine internationale Jury hat 50 Künstlerinnen und Künstler aus der Region ausgesucht. Im Talk Gründer und Mäzen Hermann Alexander Beyeler.

600’000 Franken aus der Privatschatulle hat der Pratteler Immobilienunternehmer Hermann Alexander Beyeler auf den Tisch gelegt, um seine Idee zu realisieren: Eine Kunstschau, allein mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Mittlerweile gelang es, den Vorschuss teilweise mit Geldern weitgehend von Baselbieter Firmen wieder aufzufüllen. Aber für Beyeler schien nur etwas wichtig zu sein: dass es stattfindet, auf seinem Buss-Industriepark, den er 2001 kaufte. Und auf dem er eine eigene Galerie führt.

Es, das ist die «Biennale Pratteln», die in ihrer ersten Ausgabe von heute Donnerstag, 16. März 2017, bis am Sonntag 50 Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform bietet. Ausgewählt hat sie eine international besetzte, fünfköpfige Jury. Über deren Besetzung darf man – selbst für verwöhnte Basler Verhältnisse – schon mal ein bisschen staunen: Rolando Bellini ist Professor an der Mailänder Kunstakademie Brera. Und Bodo Brinkmann leitet am Kunstmuseum Basel die Abteilung Alte Meister.

Regionale Kunstschaffende

Dabei geht es Beyeler offenbar weniger darum, das Baselbiet als Kunststandort aufzuwerten sondern viel mehr darum, den hiesigen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance zu geben. Denn diese kommen oft im globalisierten Aufmerksamkeitsmarkt gegen international wirksame Namen unter die Räder. Galerien und Museen stehen unter Druck, müssen mit Prominenz punkten. In einer Kunstwelt, die zunehmend als Vermögensanlagemarkt funktioniert, spielt der Marktwert die entscheidende Rolle.

Die Biennale scheint eine ideellere Auffassung zu postulieren. Sie will allein Kunstschaffende aus den beiden Basel berücksichtigen – und zwar egal, ob die Kunst von einem «Sonntagskünstler» oder einer Professionellen stammt. Die Unterscheidung hält Jury-Mitglied Bodo Brinkmann für fragwürdig, sofern ein professioneller Anspruch mit professsionellen Mitteln verfolgt werde.

Dass die regionale Kunst zu wenig wahrgenommen werde, erklärte er in der BaZ vom 10. März als Verlust für die Gesellschaft:«Ein grosser Erforscher mittelalter­licher Kunst hat einmal den Vergleich gezogen, dass man keine Landkarte zeichnen könne, die nur die Gipfel zeigt – sie wäre zu keiner Orientierung zu gebrauchen. Wenn man die Kunst und Kultur einer Region verstehen will, muss man auch in die Täler gehen, man darf sich nicht nur auf die Gipfel über zwei- oder dreitausend Meter Höhe beschränken. Und was ist eigentlich schöner, ein saftiges, grasgrünes Tal oder ein felsiger, eisiger Gipfel?»

Die Macher schätzen, dass es deren 1’000 in der Region gibt. Die Biennale soll für sie alle zwei Jahre stattfinden. Brinkmann:«Es ist für die Künstler eine Bestätigung, und es kann und soll auch ein Karrierekick sein. Die Biennale ist keine Verkaufsausstellung, doch wem ein Werk gefällt, der kann sich natürlich mit der Künstlerin oder dem Künstler in Verbindung setzen. Ich hoffe, im Nachhinein finden einige Werke ihre Liebhaber, oder es werden neue in Auftrag gegeben. Wir haben auch Graffitikünstler, die auf Wunsch eine ganze Wand gestalten können.»

Im Telebasel Talk Hermann Alexander Beyeler, am 16. März 2017 um 18:40 Uhr und ab 19:10 Uhr stündlich.

1 Kommentar

  1. … möglicherweise grösste Kunstschau, die auf Baselbieter Boden je stattgefunden hat: Die Biennale Pratteln. Eine internationale Jury hat 50 Künstlerinnen und Künstler aus der Region ausgesucht.

    Diese Aussage erstaunt mich!
    Die BLK (Basellandchafliche Kunkstvereinigung) hat seit 1933 im Kanton Basellandschaft alle 2 Jahre die “Kantonale Kunstausstellung” gemacht z.B. 1990 in den Depots der BLT in Oberwil mit 151 Künstlerinnen und Künstlern! Einige Jahre davor konnte die BLK die “Kantonale” zwei mal in der alten “Schappe-Fabrik” in Arlesheim (ca. 2500 m2) durchführen! Meist waren über 100 Künstlerinnen und Künstler daran beteilgt!

    Schade, dass es die “Kantonale” nicht mehr gibt!Report

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