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Der Telebasel News Beitrag vom 15. März 2017.
Region

Kein Sultan in Meltingen

In Meltingen steht es schlecht um den Frieden im Dorf. Der Gemeinderat besteht aktuell nur noch aus dem Gemeindepräsidenten Gérard Zufferey, die fünf anderen Gemeinderäte von FDP und CVP haben das Handtuch geworfen. Im Zentrum der Kritik verschiedener regionaler Medien steht der parteilose Gemeindepräsident. Jetzt wird aber klar: Der eigentliche Graben im Dorf verläuft ganz woanders.

In Meltingen im Schwarzbubenland kochen zurzeit die Emotionen hoch. Das weil Gemeindepräsident Gérard Zufferey seit anfangs März allein im Gemeinderat sitzt. Für viele Medien trägt er die Schuld an der Misere. In der Basler Zeitung vom 11. März wurde er gar in Anspielung auf Erdogan als «Sultan von Meltingen» bezeichnet.

«Das ist einseitiger, unseriöser Journalismus und entspricht nicht der Wahrheit», sagt Zufferey. «Ich bin sicher kein Sultan.» Der Streit im Gemeinderat von Meltingen dauert schon länger. Im letzten Herbst kam es zum Eklat und zum Rücktritt der beiden CVP-Gemeinderäte. «Gérard Zufferey war nicht der Grund dafür, sondern ein FDP-Gemeinderat», sagt Fabio Jeger, Vorstand in der CVP Dorneck-Thierstein.

Strafanzeige eingereicht

«Es waren damals zwei Dokumente als E-Mail im Umlauf mit Unterschriften von mir, die ich aber nie unterschrieben habe», so Gérard Zufferey. Daraufhin sind die beiden CVP-Vertreter zurückgetreten. «Und ich habe Strafanzeige eingereicht», sagt Zufferey. Diese Strafanzeige richtet sich gegen den FDP-Gemeinderat Thomas Spaar. Er und seine beiden Parteikollegen sind dann anfangs März auch noch aus dem Gemeinderat zurückgetreten. Seit dann ist nur noch Zufferey im Gemeinderat übrig.

Keine Stellungnahme von Thomas Spaar

Thomas Spaar wollte heute keine Stellung nehmen und verwies auf eine Medienmitteilung der FDP vom 3. März. Dort wird die Strafanzeige als «fragwürdig» bezeichnet und der Rücktritt von Zufferey gefordert. Damit ist die FDP aber allein. Die CVP will nämlich weiter mit Zufferey im Gemeinderat von Meltingen zusammenarbeiten. Einfach ohne FDP-Mann Thomas Spaar.

Zwei neue CVP-Gemeinderäte nominiert

«Wir haben die Bedingung gestellt, dass wir nur in den Gemeinderat zurückkehren, wenn diese Person dort nicht mehr sitzt», so Fabio Jeger. Und diese Bedingung sei ja jetzt nach dem Rücktritt der drei FDP-Vertreter erfüllt. Die CVP habe darum bereits wieder zwei neue Gemeinderäte nominiert, die bis zu den Wahlen in die Bresche springen sollen.

Die finden bereits am 21. Mai statt. Und vielleicht sorgt dann ja das Stimmvolk für eine Lösung in dieser Dorfposse.

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