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Der Extremschwimmer Ernst Bromeis im Telebasel Talk.

Basel

Iiiiih: Bei 7 Grad! Ernst Bromeis schwamm im Rhein gegen Mikroplastik

Mit Härte gegen sich selbst für die Umwelt: Im 2014 schwamm der Engadiner Ernst Bromeis den ganzen Rhein herunter: 1'247 Kilometer von seinem Heimatkanton bis zur Mündung. Heute stieg der Extremschwimmer in den sieben Grad kalten Rhein bei Basel, um gegen die Mikroplastik-Verschmutzung zu kämpfen. Warum tut er das, mit welchem Ziel? Im Talk Ernst Bromeis, ab 18:40 Uhr.

Inmitten von einer Insel aus PET-Flaschen, Waschmittelpackungen und anderem Plastikmüll schwamm heute Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer Ernst Bromeis in den Fluten des Rheins.

Mit dieser Aktion machten er und der Verein eco.ch auf die starke Verschmutzung des Flusses durch Mikroplastik aufmerksam. Das ‹Nachhaltigkeitsforum› eco.ch hat Ernst Bromeis zum Preisträger des Schweizer Nachhaltigkeitspreises 2017 gewählt.

Ernst Bromeis im Bodensee, 2010. (Video: zVg)

Rhein ist mit Mikroplastik verschmutzt

Die Aktion sollte verbildlichen, wie viel Mikroplastik durch den Basler Rhein fliesst. Laut Patricia Holm (Programm MGU, Uni Basel) gehört der Rhein von den grossen Fliessgewässern mit zu den am stärksten belasteten Strömen weltweit. «Rund 30 Kilogramm Mikroplastik (kleinste Plastikteile unter 5 Millimetern) werden vom Rhein pro Tag in die Nordsee getragen», sagte sie. Im Jahr summiert sich das auf 10 Tonnen. Diese Plastikteilchen treten als Zwischenprodukt bei der Kunststoffherstellung sowie als Granulat in Reinigungs- und Pflegeprodukten auf und entstehen bei der Zersetzung grösserer Plastikteile in der Umwelt. In den Weltmeeren, wo der Plastikabfall in allen Formen und Grössen als riesige Inseln treibt, werden diese Partikel von zahlreichen Organismen aufgenommen – von Protozoen bis zum Bartenwal.

Ernst Bromeis: Es begann mit einem Zuckerbeutel

Bromeis’ Karriere als Extremschwimmer begann laut Wikipedia damit, dass er auf einem Zuckerbeutel die Bündner Seen vermisste. Bei seiner Recherche entdeckte er, dass es deren 200 gibt. Er gründete die Aktion ‹Das blaue Wunder› (gemeint ist das Element Wasser) und durchschwamm (2008) sie alle. Später (2010) folgten alle grösseren Schweizer Seen, insgesamt 310 Kilometer.

Bromeis in einem Stausee. (Video: zVg)

International bekannt wurde er 2012 als er vom Oberalppass bis zur Nordsee schwimmen wollte – und nach 400 Kilometern aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Aber zwei Jahre später setzte er neu an – und erreichte nach 44 Tagen und 1’247 Kilometern bei Hoek van Holland die Nordsee. Bromeis: «Der Rhein widerspiegelt die Wasser-Geschichte der Menschen und der Rhein ist die Geschichte der Zivilisation.»

Ernst Bromeis schwamm durch den Rhein, von der Quelle bis zur Mündung. (Video: zVg)

Dazu kamen weitere anstrengende Schwimm-Projekte.

Jetzt soll sein Engagement gewürdigt werden. Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer Ernst Bromeis (1968, Ardez im Engadin) wird diesjähriger Preisträger des Schweizer Nachhaltigkeitspreises prix eco.ch in der Kategorie ‹Hoffnungsträger›. eco.ch, das «Schweizer Forum für Nachhaltige Entwicklung», wird ihm den Preis am 31. März im Theater Basel überreichen. «Wir freuen uns sehr, dass wir mit Ernst Bromeis eine so engagierte Persönlichkeit auszeichnen dürfen, die sich seit Jahren leidenschaftlich für freien Zugang zu sauberem Wasser in der Welt einsetzt», sagte Beat Jans, Präsident des Vereins eco.ch, an der heutigen Medienkonferenz von eco.ch. Mit dem prix eco.ch belohnt eco.ch das Engagement von Einzelpersonen und Organisationen für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft. Ernst Bromeis erläuterte: «Der prix eco.ch ist für mich Motivation, meinen persönlichen Weg als Wasserbotschafter weiter zu gehen. Der Preis soll auch allen Kraft geben, die zweifeln, den eigenen Weg zu gehen und für eigene Überzeugungen einzustehen.»

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