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Pascal Pfister (41): Ethnologe, Ex-Juso-Vizepräsident, Ex-Unia-Mitarbeiter, Ex-Attac-Aktiver, Präsident des Vereins Workfair 50+. (Bild: zVg)
Basel

Warum wollen Sie Präsident der Basler SP werden, Herr Pfister?

Na sowas! Noch am 5. Januar winkte er ab. Jetzt will Pascal Pfister (41) aber doch Präsident der Basler SP werden. Zusammen mit Kerstin Wenk und Beda Baumgartner im Vizepräsidium wäre die neue Parteispitze stark gewerkschaftlich geprägt. Warum will er jetzt doch? Was würde er als mächtigster Parteipräsident der Stadt bewirken wollen? Pascal Pfister im Talk, ab 18:40 Uhr.

Erstaunlich! Da steht der mächtigste Parteipräsidiumsposten, den diese Stadt zu bieten hat, zur Disposition. Mit drei von sieben Regierungsleuten. Mit der einzigen Ständerätin des Kantons – der seit Helmut Hubacher prominentesten Parlamentspolitikerin aus unserer Region. Mit zwei erfahrenen und national profilierten Leuten im Nationalrat. Mit 35 von 100 GrossrätInnen im Stadtparlament. Welch eine Gestaltungsmacht! Wer immer in der Politik es ernst meint mit dem Bewegenwollen, muss zugreifen. Aber das «Ja, ich will» kam den Genossinnen und Genossen nur zögerlich über die Lippen. Zu zögerlich, fand Ex-Präsident Roland Stark, der letzte Woche in einem Kommentar über die «Generation Weichei» schimpfte, der er Zimperlichkeit und eine «Privatleben first»-Haltung vorwarf.

Gemeint war damit sicherlich auch SP-Grossrat und Familienvater Pascal Pfister, der aus «familiären Gründen» am 5. Jänner 2017 in den Telebasel-News keinerlei Chef-Ambitionen zeigen mochte:

(Video: Telebasel)

Aber nun will Pfister doch. Im Trio mit seinen Gewerkschafts-Vertrauten Kerstin Wenk und Beda Baumgartner. Mit letzterem verbindet ihn eine gemeinsame Vergangenheit beim jungen Kampftrupp Juso, der seit diesem Wochenende auch die nationalen Grenzen aufheben will. Rutscht die Basler SP unter Pfister-Wenk-Baumgartner weiter nach links? Wenn ja, was hiesse das etwa für Eva Herzog? Oder Christoph Brutschin? Die beiden, eher gemässigten SP-Regierungsleute, die bei den Herbstwahlen mit Spitzenwerten wieder gewählt wurden, fühlten sich parteiintern scharfem Wind ausgesetzt, als sie gegen das USR III-Referendum auftraten. Und müsste Eva Herzog, die unbedingt Anita Fetz als Ständerätin beerben will, um ihre Portierung fürchten? Denn im Zusammenhang mit dem Streit um die USR III wurde in den Medien auf einmal ein anderer Name genannt: Beat Jans. Der Nationalrat liegt eher auf der neuen nationalen Parteilinie, die sich stärker links profiliert. Mit dem Referendumssieg erzielte er einen Sieg mit starkem Nachhall – auch in der eigenen Kantonalpartei.

Heisst eine Wahl Pfisters auch, dass die Ansprüche des öffentlichen Personals stärker in den Fokus rücken? Beispiel: Spitalfusion. Der VPOD drohte präventiv mit einem Referendum falls die Personalverträge auch nur angetastet würden. Wird die Gewerkschaft darin die Unterstützung der mächtigsten Partei des Kantons finden? Und wie stellt sich der einstige Attac-Aktive zu den Steuerdeals mit der Basler Pharma?

Und warum glaubt Pfister jetzt an seine Chance? Bereits 2013 kandidierte er – und unterlag Brigitte Hollinger.

Im Talk Pascal Pfister, um 18:40 Uhr und ab 19:10 Uhr stündlich.

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