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Die Telebasel News vom 17. Februar 2017 zum Thema.

Basel

Die Fasnacht wird politisch, gesellschaftskritisch und ernst

Die weltweite Verunsicherung nach dem Präsidentenwechsel in den USA gehört zu den Topthemen der Basler Fasnacht 2017. Das Fasnachts-Comité erwartet eine politische, gesellschaftskritische und ernste Fasnacht.

‹Mir hän Angscht – du au?›, ‹Uff dr Suechi no dr Wooret›, ‹Ku-Klux Zämme! Willkumme zem amerikanische Albtraum› oder ‹Mir verDrumplen alles› sind Beispiele von Sujets, die Cliquen gewählt haben. Comité-Obmann Christoph Bürgin sagte am Freitag, 17. Februar 2017, vor den Medien, zahlreiche Einheiten beschäftigten sich auch mit dem Brexit.

Im Bereich des Sports werden die erfolgreichen Isländer an der Fussball-Europameisterschaft oft ausgespielt, ebenso das Doping an den Olympischen Spielen. Die Pokémonjagd lassen vor allem junge Garden aufleben.

Die Toleranzzone für Prostituierte im Kleinbasel ist ein gefundenes Fressen für Fasnächtler; 25 Einheiten spielen dieses Thema aus. Ein Sujetlieferant bildet auch die Basler Kantonspolizei, die im letzten Jahr mit einigen Affären die Aufmerksamkeit der Basler Bevölkerung auf sich zog.

Mehr Gruppen an der Strassenfasnacht

Für den Cortège vom Montag- und Mittwochnachmittag meldeten sich 482 Cliquen, Wagen, Guggenmusiken und Chaisen an; das sind 20 Gruppen mehr als im Vorjahr. Am Dienstagabend finden grosse Konzerte der Guggenmusiken auf mehreren Plätzen statt.

63 Formationen von fünf Schnitzelbank-Gesellschaften tragen ihre Verse vor allem am Abend in unterschiedlichen Lokalitäten vor. Die Veränderungen in den USA werden die Schnitzelbank-Gruppierungen sicher ausspielen.

Die neun Formationen der Gesellschaft ‹Bebbi Bängg› werden unter dem Motto ‹Bebbi Bängg Fööörst› auftreten und sollen Trump-Larven tragen. Nur das ‹Rollaator Röösli› habe sich geweigert, die Donald-Larve überzustreifen. Die ältere Dame werde voraussichtlich eine Melania-Trump-Maske tragen, sagte der Obmann der Gesellschaft.

Die Basler Fasnacht 2017 beginnt am 6. März um vier Uhr früh mit dem ‹Morgestraich›. Sie endet am Donnerstagmorgen, ebenfalls um vier Uhr. Das vom Fasnachts-Comité herausgegebene Motto lautet ‹Mer spränge dr Raame›; angesprochen wird damit der Neubau des Kunstmuseums.

Polizeieinsatz im üblichen Ausmass

Wegen der allgemeinen Terrorgefahr war auch die Sicherheit an der Fasnacht ein Thema an der Medienkonferenz. Christoph Bürgin hat zu Telebasel gesagt, die Zusammenarbeit der Basler Polizei mit dem Comité sei «ausgezeichnet».

Das Comité vertraue darauf, dass die Polizei die Bedrohungslage richtig einschätze. Dieser Meinung ist auch der Präsident der Fasnachts-Clique Alti Stainlemer, Roman Meier: «Wir sind der Meinung, dass es keine grossartige Anpassung des Sicherheits-Dispositivs brauche.» Wie Telebasel schon berichtete, verzichtet die Polizei auf Strassensperren, um die Zuschauermenge vor möglichen Amokfahrern zu schützen. Dies auch, weil die Polizei keine Angst schüren will, wenn wuchtige Beton-Elemente die Zugänge versperrten.

(sda/hlc)

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