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Der Telebasel Report vom 1. März 2017 (Wiederholung vom 15. Februar 2017)

Baselland

Report: Bändeli-Knatsch in Liestal

Seit einigen Wochen geistert ein einziges Thema durch die Liestaler Fasnachts-Beizen: Bändeli, oder kein Bändeli? Die Stadt Liestal wolle mit einer neuen Massnahme den Alkoholkonsum an der Fasnacht einschränken. Stimmt das? Der Telebasel Report vom 15. Februar 2017 liefert Antworten.

Nur wer sich mit einem Bändeli am Arm als 16-Jährig oder eben 18-Jährig ausweisen könne, dürfe an der kommenden Fasnacht in Liestal Alkohol bestellen. So die Befürchtungen der Fasnächtler im Baselbieter Kantonshauptort. Ein Gerücht, das sich seit einigen Wochen hartnäckig hält, an den Liestaler Stammtischen. Nun, es folgt die Entwarnung: Natürlich brauchen Durstige an der Fasnacht KEIN Bändeli. Zumindest nicht alle.

(Screenshot:Telebasel)

Bändeli-Lösung für Jugendliche

«Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an jugendliche Fasnächtler», präzisiert Regula Nebiker, Liestaler Stadträtin und zusammen mit René Frei, dem Leiter Sicherheit und Soziales der Stadt für die Bändeli-Massnahme verantwortlich. «Selbstverständlich wollen wir kein Alkohol-Verbot in Liestal», gibt Frei Entwarnung.

Es gehe lediglich darum, nach den enttäuschenden Ergebnissen der Testkäufe im Vorjahr ein Zeichen zu setzten. 2016 hätten minderjährige Testkäufer sämtliche Cliquen-Keller, Beizen und Verpflegungsstände an der Fasnacht abgeklappert und Spirituosen bestellt. Das ernüchternde Ergebnis: 34 Tests – 34 mal durchgefallen.

(Screenshot: Telebasel)

Hilfestellung für Wirte

Im Wissen um den Laien-Status vieler Gelegenheits-Wirte sieht die Stadt Liestal aber keinen Sinn darin, die entsprechenden Sünder mit repressiven Massnahmen zu belegen. Im Gegenteil: Sie möchte den Wirten die Alterskontrolle ihrer Gäste vereinfachen. Und genau deshalb habe man die Bändeli-Lösung eingeführt. Aussehen wird diese so:

Das Blaue Kreuz wird Sonntags, Mittwochs und am Cheerus-Samstag mit einem Stand am Wasserturmplatz präsent sein. Dort können Jugendliche nach Vorzeigen eines gültigen Ausweises freiwillig ein Bändeli beziehen. Eins für 16-Jährige, eines für 18-Jährige. Den Jugendlichen entfällt somit das lästige Ausweis-Zeigen in den Kellern, den Wirten wird die Prüfung vereinfacht. Erwachsene Fasnächtler dürfen, müssen aber kein Bändeli tragen.

(Screenshot: Telebasel)

Beizer und Fasnächtler verärgert

Auf Nachfrage von Telebasel bestätigen mehrere Beizer aus Liestal, dass sie «irgendwas von Bändeli» mitbekommen hätten. Werner Michel vom legendären Milchgugge-Chäller spricht aber aus, was viele ärgert: «In zwei Wochen ist Fasnacht – bis heute habe ich aber nie etwas Offizielles von der Stadt erhalten».

Auch Marc Wahl von den Knillächeerern aus Liestal, notabene Betreiber der Wagenburg in der Liestaler Allee, wo bekanntlich viele Jüngere verkehren, weiss nicht, was auf ihn zukommt: «Im Moment gibt es noch viele Fragezeichen – ich habe keine Ahnung, wie das Konzept genau aussieht».

René Frei von der Stadt Liestal beteuert jedoch, an einer Informationsveranstaltung vor wenigen Monaten darüber informiert zu haben. Zudem sei in der kommenden Woche ein Schreiben, in dem das Vorgehen genaustens erläutert werde, an sämtliche Beizen, Keller und Gelegenheitswirtschafter geplant, .

Plakat «Mer luege zunenand».

Telebasel weiss: Unterdessen hat sich in Liestal bereits ein privates Komitee aus Beizern und Fasnächtlern gebildet, das mit einer eigenen Aktion Gegensteuer geben möchte.

Die Telebasel News vom 17. Februar 2017 zum Thema:

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