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Der Telebasel Talk vom 14. Februar 2017. (Video: Telebasel)

Basel

Sie ist das Gesicht hinter der USR III-Ohrfeige

Wer ist Andrea Arezina? Antwort: Der Sonntags-Schrecken von Bundesrat, Wirtschaftsverbänden, bürgerlichen Parteien. Mit ihrer Nein-Kampagne hat sie die Unternehmenssteuerreform versenkt, die Mächtigen im Lande frappiert und in Ratlosigkeit gestürzt. Wie hat sie das gemacht? Im Talk spricht die junge SP-Frau über ihre Kampagnenarbeit und sagt, wer die Zauberformel-Idee «Mittelstand» hatte, ab 18:40 Uhr.

«Milliarden-Bschiss am Mittelstand»: So lasen wir es wochenlang am Bahnhof, im Internet, einfach überall. «Bschiss»: Ein Büezer-Helvetismus. «Mittelstand»: Das Zauberwort jeder politischen Auseinandersetzung in Westeuropa. Und das Wort «Milliarden» – oben – lastet schwer auf dem «Mittelstand» unten: Die einfachen Dinge sind immer gut.

«Mittelstand!» gegen die «oben»: Da vibrierte die Solidaritäts-Erotik einer Kaste von Leuten, die immer mehr arbeiten und immer weniger haben. Wer hatte bloss diesen genialen Einfall? Er entstand im Team von Andrea Arezina, einer schweizweit weitgehend unbekannten, 32-jährigen SP-Politikerin, ursprünglich aus Baden. Ihr Schulsack: Eine KV-Lehre und ein paar Wochen Psychologie-Studium. Nix Politologie-Studium, nix PR-Titel, nix Marketing-Diplom. Einen Teil ihrer Fähigkeiten holte sie sich in der Kampagnenarbeit für die 1 : 12-Initiative und beim NGO Solidar Suisse.

Gegen die USR III hatte Arezina 19 Mal weniger Geld als ihre mächtigen Gegner aus Wirtschafts- und Politik-Elite zur Verfügung. Der Mittelstand aber glaubte ihr – und nicht den Parteien, die der ländliche Mittelstand üblicherweise wählt. Die Baselbieter Gemeinden etwa, die Stammlande von SVP, FDP, CVP: 82 von 86 erteilten der Reform mit 60, 70, 80 Prozent Nein eine brutale Absage. Die junge, urban und auch feministisch gesinnte SP-Zürcherin (mittlerweile) berührte mit ihrer Arbeit die Gemüter der nicht immer beweglichen Landbevölkerung.

SP Jubel im Hauptquartier des Nein-Komitees gegen die USR III: Ganz rechts Andrea Arezina (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Zum Interview im Telebasel-Studio musste die Redaktion sie schon fast «überschnuren». Arezina erkennt sich als typische «Hinter den Kulissen»-Frau. Auch wenn sie mittlerweile zur Zürcher SP-Vizepräsidentin aufgestiegen ist. Für die ehemalige SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr stand sie bereits in Diensten. Jetzt unterstützt sie deren Nachfolgerin Min Li Marti. Im Talk spricht sie über ihre Arbeit und über den «Mittelstands»-Einfall, ab 18:40 Uhr.

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