Steht vorerst noch still: Das AKW in Leibstadt. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

Schweiz

AKW Leibstadt steht länger als geplant still

Das seit August 2016 stillstehende Atomkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau geht nicht wie geplant am morgigen Mittwoch, 15. Februar 2017, ans Netz. Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat die Betriebsfreigabe noch nicht erteilt.

Die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) rechnet damit, dass die Anlage in der Nacht auf Samstag hochgefahren werden kann. Das sagte KKL-Mediensprecherin Karin Giacomuzzi am Dienstag auf Anfrage. Die europäische Strombörse sei entsprechend informiert worden. Die Sprecherin bestätige damit eine Meldung des Newsportals tagesanzeiger.ch.

In Leibstadt sei man für das Wiederanfahren am Mittwoch vorbereitet gewesen, sagte Giacomuzzi. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hatte die Freigabe für die Kernbeladung des Reaktors bereits früher erteilt.

Bei Inspektion vom Netz genommen

Das AKW Leibstadt steht seit rund einem halben Jahr still. Bei den Brennstoffinspektionen waren lokale Verfärbungen als Anzeichen für Oxidation an mehreren Hüllrohren der Brennelemente entdeckt worden.

Von den 648 Brennelementen des Reaktorkerns wiesen 47 Elemente solche Verfärbungen auf. Grund dafür waren kritische Siedezustände (Dryouts) im AKW, deren Ursachen noch nicht geklärt sind.

Bei diesen Siedezuständen ist gemäss ENSI die Hüllrohroberfläche im Betrieb nicht mehr mit einem Kühlmittelfilm benetzt. Dadurch komme es lokal zu einem starken Anstieg der Oberflächentemperatur. Die erhöhte Oberflächentemperatur bewirke eine verstärkte Oxidation des Hüllrohrmaterials. Erste Schäden seien bereits 2014 festgestellt worden.

Probleme sollen geklärt werden

Mehr als ein Dutzend Organisationen aus der Schweiz und Deutschland forderten am Wochenende, dass die Aufsichtsbehörde ENSI die Freigabe für das Hochfahren des AKW erst erteilen dürfe, wenn die genauen Ursachen der Rostschäden geklärt seien. Sie verlangten auch eine offene Information.

Zuvor hatten bereits das deutsche Bundesland Baden-Württemberg und die Vorarlberger Landesregierung gefordert, dass die Ursachen der Probleme bei der Kühlung restlos geklärt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant