Syngenta verzeichnet im Jahr 2016 einen Gewinnrückgang. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Basel

Syngenta macht schlechte Zahlen vor Übernahme

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta soll noch im ersten Halbjahr 2017 in den Besitz des chinesischen Staatskonzerns ChemChina übergehen. Bevor dieser Milliardendeal vollzogen wird, vermeldete Syngenta wie schon im Vorjahr einen Rückgang von Umsatz und Gewinn.

Beim Umsatz resultierte mit 12,8 Milliarden Dollar ein Minus von 5 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen hätte sich der Rückgang auf 2 Prozent belaufen. Der Reingewinn schrumpfte um 12 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Dennoch zeigte sich Konzernchef Erik Fyrwald vor den Medien zufrieden mit dem Ergebnis.

«Robuste Performance»

Angesichts eines weiteren schwierigen Jahres für die Agrarbranche sprach Fyrwald von einer «robusten Performance». Angetan hat es ihm neben dem von 0,8 auf 1,4 Milliarden Dollar gesteigerten Cashflow namentlich das vierte Quartal 2016, in welchem der Konzern ausser in Nordamerika in allen Region zulegen konnte.

Diese Entwicklung und das rasante Wachstum von acht in den letzten fünf Jahren eingeführten Produkten mit einem Umsatzpotential von 2,9 Milliarden Dollar sieht Fyrwald denn auch als Basis für die künftige Entwicklung. «Wir machen es richtig», zeigte sich der CEO überzeugt.

Angesichts des für das laufende Jahr erwarteten Aufschwungs des Agrarmarktes will auch Syngenta auf den Wachstumspfad zurückkehren. Angestrebt wird ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Bereich und eine Erhöhung der Marktanteile.

Der CEO, der seinen Posten im vergangenen Juni übernommen hatte, sieht im Konzern noch viel Potential, das es freizusetzen gilt, wie er vor den Medien sagte. Stärken will er namentlich den Bereich Saatgut, in welchem der Marktanteil nach Ansicht Fyrwalds nicht der Stärke dieser Sparte entspricht.

Syngenta belegt beim Saatgut schon heute Rang 3 auf der Weltrangliste. Unter anderem durch Kooperationen und Zukäufe soll dieser Bereich nun «starke Nummer 3» werden. Weltweit an der Spitze steht Syngenta beim Pflanzenschutz.

Am Fokus auf diese zwei Geschäftsfelder wird sich auch nach der Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern Chemchina nichts ändern, zeigte sich Fyrwald überzeugt. Syngenta werde ein Schweizer Konzern bleiben mit Fokus auf Innovation.

«Sehr zuversichtlich» für Milliarden-Deal

Fyrwald geht davon aus, dass der vor Jahresfrist angekündigte Deal im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden kann. 43 Milliarden Dollar will sich ChemChina die bisher grösste Übernahme im Ausland kosten lassen.

Pro Syngenta-Aktie bietet ChemChina 465 Dollar. Dazu kommt eine Spezialdividende von 5 Franken. Eine ordentliche Dividende – für 2015 hatte es noch 11 Franken gegeben – ist dagegen für 2016 nicht mehr vorgesehen. Die Generalversammlung findet statt wie gewohnt im Frühling erst im Juni statt.

Die Transaktion gutgeheissen haben bisher 13 Aufsichtsbehörden. Von den zuständigen Behörden der EU und der USA steht das Placet dagegen noch aus. Auch aus Brasilien, China, Indien und Mexiko wird noch Bescheid erwartet.

Den Bescheid der EU-Kommission erwartet Syngenta bis zum 12. April. Von der US-amerikanischen Federal Trade Commission könnte die Antwort schon vor diesem Termin eintreffen, sagte Fyrwald. Dagegen liegt in den USA die nationale Sicherheitsfreigabe vom CFIUS schon vor.

Dass der Deal zustande kommt, steht für den Syngenta-Boss ausser Frage. Er sei «sehr zuversichtlich», sagte Fyrwald. Unabhängig von der Transaktion will das Syngenta-Management jedoch den Fokus auf die Weiterentwicklung des Konzerns mit seinen weltweit 28’000 Angestellten richten.

Dabei führt Syngenta auch das 2014 angekündigten Programm zur Steigerung der Effizienz weiter. Am Sparziel von einer Milliarde Dollar bis 2018 hält der Konzern fest, obwohl diese Vorgabe wegen des Abschwungs in der Branche schwerer zu erreichen sei. Mit Einsparungen von 320 Millionen Dollar wurde das Ziel 2016 indes übertroffen.

(sda)

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