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Der Telebasel Talk vom 8. Februar 2017.

Basel

Arthur Cohn holt Weltstar nach Basel

Es wird der erste öffentliche Auftritt der neuen Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann: Am Donnerstag lädt der sechsfache Oscar-Preisträger Arthur Cohn zur Vorpremiere seines neuen Films ‹The Etruscan Smile› ins Musical-Theater ein: Ein Gala-Abend mit dem Dress-Code «elegant». Die Laudatio wird eine Film-Legende halten. Am Tag davor beehrt der wichtigste Schweizer Filmproduzent mit Hollywood-Glamour die Telebasel-Studios.

Arthur Cohn nannte sie «ein Herz auf zwei Beinen»: Liv Ullmann feierte in den Filmklassikern des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman Welterfolge. Mit ihren Charakterrollen in ‹Szenen einer Ehe›, ‹Persona›, ‹Schande› oder ‹Passion› schrieb sie Filmgeschichte. Und im Oscar-preisgekrönten Cohn-Drama ‹La Diagonale du fou› spielte sie an der Seite von Michel Piccoli. Die Grande Dame des schwedischen Films kommt am Donnerstag nach Basel ins Musical-Theater, um für ihren Freund die Laudatio zu halten.

Der Basler Filmproduzent Arthur Cohn und die schwedische Filmschauspielerin Liv Ullmann. (KEYSTONE/Str)

Freund? Ja! Als Ullmann für eine Operation ins Krankenhaus musste, flog Cohn von Basel nach Boston, um ihr kurz, nur für wenige Minuten, Mut zuzusprechen. So erzählt es Ullmann im Buch ‹Arthur Cohn. Der Mann mit den Träumen›. Ullmann intim: «Arthur ist ein Teil meines Lebens geworden.» Solche spektakulären Aufmerksamkeiten gehören sicher zu Cohns Erfolgsrezept. Das aber längst nicht alles erklären kann. Denn wie es ein Produzent humanistischer Kino-Geschichten unter konsequenter Anwendung seiner Formel «no sex, no violence, no special effects» zu sechs Oscar-Auszeichnungen brachte und ohne perfektes Englisch freundschaftliche Beziehungen mit Weltstars wie Al Pacino pflegen konnte, gehört zu der Art von Geschichten, die man üblicherweise als Hollywood-Märchen abtut.

Es mag ja etwas selbstgefällig klingen, wenn ein Mann, der es «geschafft» hat, immer und immer wieder sagt, man müsse seine Träume verwirklichen. Aber Arthur Cohn ging und geht zweifelsohne auch mit ultimativer Leidenschaft dran, um sie wahr zu machen. Als Sportreporter startete er, jetzt hat er als erster nichtamerikanischer Produzent einen Stern auf Hollywoods Walk of Fame. Konsequent folgte er dem «learn from the best». Beim grossen Regisseur des italienischen Neorealismo, Vittorio de Sica, lernte er. Den für viele Experten besten Film der Welt, Citizen Kane von Orson Welles (1941), sah sich Cohn 40 Mal an. Und entdeckte immer wieder etwas neues darin.

Zu Cohns Daseins-Qualitäten gehört auch, dass er nie nachzulassen scheint. Am Donnerstag stellt er Basel seinen neuen Film ‹The Etruscan Smile› mit Thora Birch, Brian Cox und Peter Coyote vor: In der Geschichte des spanischen Romanautors José Luis Sampedro entdeckt ein todkranker Mann das Leben neu. Ein typischer Cohn-Stoff: Melancholisch, aber zuversichtlich, das was man «berührend» nennt – und mit positiver Moral. Nie nachlassen, weitergehen! Arthur Cohn geht weiter. Möglicherweise wird er sich im roten Sessel des Musical Theaters bei seiner Gala dabei ertappen, über seine weiteren Projekte nachzudenken.

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