Beqiri wehrt sich gegen die Anschuldigungen Stefan Fraefels. (Bild: keystone)

Baselland

Shemsi Beqiri mit schweren Vorwürfen an Stawa BL

Neue Brisanz im Fallkomplex ‹Dojo›: Drei Jahre nach dem Überfall erhebt Shemsi Beqiri in einem offenen Brief in der ‹BaZ› schwere Vorwürfe gegen die Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Vor knapp einem Jahr präsentierte die Erste Staatsanwältin Angela Weirich den Medien 60 Bundesordner – zur Illustration wie komplex der Fall ‹Dojo› sei. Mehr als zwei Jahre dauerte da die Aufarbeitung des Überfalls von Kickboxer Paulo Balicha auf das Kampfsportcenter von Shemsi Beqiri bereits.

Beqiri geht in die Offensive

Seither wurde es wieder ruhig. Die Öffentlichkeit und vor allem Beqiri wissen immer noch nichts Neues. Und dies, obwohl die Stawa die Anklageschrift noch im 2016 fertigstellen wollte. Jetzt platzt Shemsi Beqiri der Kragen. Er lässt seinen Unmut über das Verfahren  in einem offenen Brief in der ‹BaZ› freien Lauf.

Er spricht im offenen Brief an den Staatsanwalt Stefan Fraefel von vergangenen Publikationen in der BaZ, in denen Fraefel andeutet, Beqiri habe gegen das Aktenherausgabeverbot verstossen. Beqiris Rechtsanawalt wurde in vergangenen Artikeln zitiert, weshalb Freaefel vermutete, dass der BaZ Unterlagen von Beqiri oder seinem Anwalt zugespielt worden seien.

Beqiri empört und gedemütigt

Nun wehrt sich Beqiri: «Ihre anmassenden Vermutungen weise ich in aller Form zurück», schreibt er im offenen Brief in der BaZ. «Durch ihre Ausführungen unterstellen Sie mir und meinem Rechtsanwalt, einer von uns hätte gegen das Aktenherausgabeverbot verstossen.» Beqiri fühlt sich gedemütigt. «Ihre ehrenverletzenden Verdächtigungen und haltlosen Anfeindungen gegen mich als Opfer einer Straftat erreichen damit einen neuen Höhepunkt», schreibt er im Brief in der BaZ.

Beqiri erinnert im Brief daran, dass Fraefel ihm und seinem Vertreter schon einmal unterstellt hat, sie hätten das Aktenherausgabe missachtet. «In der Folge wurden Sie vom Kantonsgericht regelrecht in den Senkel gestellt», schreibt Beqiri in der BaZ. «Bis heute haben Sie sich nicht entschuldigt».

Ewig langes Verfahren

Beqiri stellt im offenen Brief in der BaZ klar, dass er und sein Rechtsanwalt zu keinem Zeitpunkt je Verfahrensakten an die BaZ weitergeleitet haben. Sein Rechtsanwalt sei lediglich von der BaZ konfrontiert worden und habe seine Einschätzungen zum Verfahren abgegeben.

Er weist darauf hin, dass das Verfahren ewig in die Länge gezogen wird. «Auf unserer Seite entsteht der Eindruck, dass die Staatsanwaltschaft versucht, von ihrem Unvermögen, den Fall zur Anklage zu bringen, abzulenken.»

Beqiri betont, es stehe ihm «als Opfer und Bürger dieses Landes» zu, sich über die Missstände innerhalb der Verwaltung zu äussern. «Ich verbitte mir jedoch in aller Form, mir oder meinem Rechtsanwalt einen Maulkorb aufzuerlegen.»

«Abteilung mit den laufenden Ermittlungen überfordert»

Des weiteren betont Beqiri, dass er selber die Kosten für die Rechtsvertretung bezahlen musste, während die Anwälte der mutmasslichen Täter hauptsächlich vom Staat finanziert wurden. Da sich das Verfahren so in die Länge ziehe, seien diese Kosten für den Kanton enorm. «Für mich als Opfer ist das ein Hohn», schreibt er.

Am Ende des Briefes ersucht Beqiri die Staatsanwaltschaft, die Angelenenheit endlich zur Anklage zu bringen. Er glaubt, die Abteilung Fraefels sei überfordert mit den laufenden Ermittlungen. «Ich fordere Sie daher auf, den Fall abzugeben, sodass im Interesse der Opfer und des Volkes nach über drei (!!!) Jahren endlich Anklage erhoben wird», schreibt er.

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