Featured Video Play Icon

Region

Region Basel rüstet auf

Allein im Kanton Baselland haben im letzten Jahr über 40 Prozent mehr Leute einen Waffenerwerbsschein beantragt als noch im Vorjahr. Die Tendenz ist klar: Immer mehr Menschen kaufen sich privat eine Waffe. Der Telebasel Report geht auf die Suche nach Gründen.

Noch vor fünf Jahren habe er wenn es hoch kommt «ein bis zwei Kurse im Monat» durchgeführt, sagt der Waffenhändler Jean-Paul Schild aus Wallbach, heute seien es «regelmässig bis zu drei Kurse in der Woche». Das Interesse an seinen Grundkursen zur Waffenhandhabung sei in den letzten Jahren förmlich explodiert: «Die Leute kaufen nicht nur mehr Waffen, sondern wollen auch wissen, wie sie damit umgehen müssen», konstatiert Schild.

Jean-Paul Schild in seinem Laden in Wallbach. Bild: Telebasel

Immer mehr Frauen mit Waffen

Schild führt nebst seinem Laden in Wallbach auch noch einen Schiesskeller – direkt unter der Verkaufsfläche. Dort führt er dann auch seine Grundkurse durch. Auffallend: «In letzter Zeit interessieren sich immer mehr Frauen für Waffen», sagt Schild. Die Wahrnehmung des Waffenhändlers deckt sich denn auch mit den neusten Zahlen aus den Kantonen Basel und Baselland.

Auch immer mehr Frauen würden sich für eine Waffe interessieren. Bild: Telebasel

Gesuche für Waffenerwerbsscheine nehmen zu

Seit rund fünf Jahren ist die Tendenz klar: Immer mehr Menschen in der Region Basel beantragen einen Waffenerwerbsschein, der sie zum Kauf einer Waffe berechtigt. Im letzten Jahr sind die Anträge im Kanton Baselland sogar massiv gestiegen: Die Baselbieter Fachstelle für Waffen bearbeitete sage und schreibe 42,8 Prozent mehr Anträge als noch im Vorjahr. Über 1600 Waffenerwerbsscheine wurden ausgestellt.

Allein im Baselbiet ist die Anzahl eingereichter Gesuche für Waffenerwerbsscheine um 40 Prozent gestiegen. Grafik: Telebasel

Wie viele Waffen befinden sich im Kanton?

Eine Tendenz, die auch Werner Schaffner von der Fachstelle Waffen in Basel bekannt ist. Warum sich immer mehr Menschen eine Waffe anschaffen wollen, ist ihm jedoch nicht bekannt: «Bewerber um einen Waffenerwerbsschein müssen nicht zwingend angeben, für was sie die Waffe brauchen», sagt Schaffner. Generell wisse man seit der Einführung des eidgenössischen Waffengesetzes 1999 sowieso nicht mehr viel über die Situation im Kanton. Vorher war das Waffengesetz kantonal geregelt – wer seinen Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegt hat, musste dies der kantonalen Fachstelle melden. Mit dem eidgenössischen Waffengesetz ist dies nicht mehr nötig. Folglich wissen die kantonalen Fachstellen heute nur noch, wie viele Waffen in ihrem Waffenregister registriert sind. Wie viele davon sich aber tatsächlich noch im Kanton befinden ist unklar. In Basel sind derzeit rund 35‘000 Waffen registriert, auf dem Land gut 20‘000.

Die Nachfrage nach Schiesskursen im Schiesskeller von Jean-Paul Schild sei förmlich explodiert. Bild: Telebasel

Die Kantone können die Frage nach dem «Warum?» also nicht beantworten. Entsprechend hat sich der Telebasel Report auf die Suche gemacht nach Antworten: Bei Experten, Waffenhändlern und Waffenbesitzern selbst. Antworten gibt es im Report vom 11. Januar 2017 um 19:40 Uhr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant