Die spektakuläre Lichtinszenierung an der Außenfassade der Elbphilharmonie, dem neuen Wahrzeichen Hamburgs. (Bild: obs/Elbphilharmonie Hamburg/Hamburg Musik gGmbH/Caccini)

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Hamburger Elbphilharmonie eröffnet: «Schmuckstück der Kulturnation»

Nach knapp zehn Jahren Bauzeit ist am Mittwoch in Hamburg ein neues Juwel der Musikwelt eingeweiht worden. Zur Eröffnung der Elbphilharmonie waren am Abend 2100 Gäste geladen - unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck.

«Viele Menschen in ganz Deutschland haben lange auf diesen Moment gewartet», sagte Bundespräsident Joachim Gauck gemäss Redetext am Mittwochabend beim Festakt vor 2100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Die Popularität und Anziehungskraft der Elbphilharmonie seien eine grosse Chance, mehr Menschen für klassische Musik zu gewinnen, erklärte Gauck. Die Konzerthalle könne zum Wahrzeichen einer weltoffenen, vielfältigen Metropole werden und «ein Schmuckstück der Kulturnation Deutschland».

Das erste Konzert in dem grossen Saal mit der besonderen Innenverkleidung – der sogenannten weissen Haut – gab das NDR Elbphilharmonie Orchester. Zum Auftakt stand ‹Pan› auf dem Programm, das erste Stück der ‹Sechs Metamorphosen nach Ovid› des englischen Komponisten Benjamin Britten.

«Hamburg setzt mit der Elbphilharmonie ein unübersehbares Zeichen für die grosse Bedeutung, die Kunst und Kultur in einer freien Gesellschaft zukommt», erklärte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz zuvor.

«Sinfonie aus Stein und Glas»

Der 11. Januar 2017 sei aber nicht nur für die die Hansestadt ein historisches Datum. «Auch die gesamte Kulturnation Deutschland präsentiert sich zu diesem Anlass in herausragender Weise.» Das Konzerthaus sei eine «Sinfonie aus Stein und Glas». Mit dem ersten Konzert im Grossen Saal beginne das Herz der Elbphilharmonie zu schlagen – «kraftvoll und dauerhaft.»

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ehemann Joachim Sauer, Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und zahlreiche Politiker gehörten zu den eingeladenen Besuchern. Ausserdem standen Regisseur Fatih Akin, Modeschöpferin Jil Sander und die Schauspieler Hannelore Hoger, Charly Hübner und Armin Mueller-Stahl auf der Gästeliste.

Lichtinstallation für Zuschauer draussen

Für die Zuschauer draussen wurde die Musik mit einer Lichtinstallation auf den spektakulären Glasbau, der auf einem alten Kaispeicher steht, übertragen. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit zahlreichen Massnahmen ab, dazu gehörten Betonpoller, Sperrungen und der Einsatz von Sprengstoff-Spürhunden.

Das Musikprogramm bildete eine musikalische Reise von der Renaissance bis zur Gegenwart, zu den Solisten zählten Bryn Terfel und Philippe Jaroussky. Musiker, die in der Elbphilharmonie bereits proben durften, hatten von ihrem «warmen Klang» geschwärmt.

Der Akustiker Yasuhisa Toyota wollte zudem, dass alle Besucher auf den terrassenförmigen Publikumsrängen gleich gut hören können. Aus Schallschutzgründen wurde der 12 500 Tonnen schwere Saal vom restlichen Gebäude entkoppelt, er liegt auf Federpaketen.

Teure Leidensgeschichte

Der Grundstein für den Jahrhundertbau an der Spitze der Hafencity wurde bereits am 2. April 2007 gelegt. Eigentlich sollte das Konzerthaus der Architekten Herzog & de Meuron, das neben dem grossen Saal mit 2100 Plätzen noch einen kleinen Konzertsaal, ein Hotel mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen beherbergt, bereits vor sieben Jahren eröffnen.

Die Kosten für den Prestigebau stiegen für die Steuerzahler von 77 auf 789 Millionen Euro; hinzu kamen 57,5 Millionen Euro Spenden. Für die verantwortlichen Architekten des Schweizer Büros Herzog & de Meuron übertrifft das realisierte Projekt «alles an Komplexität», obwohl die Schweizer Stararchitekten Erfahrungen mit Grossprojekten wie der Londoner Tate Modern haben.

Umso erstaunlicher sei es, dass die Elbphilharmonie nun so stehe, wie sie heute zu erleben sein. «Es ist ein Leistungsausweis, ein solches Projekt in einem demokratischen System zusammenzubringen», sagte Jacques Herzog im Vorfeld der Eröffnung.

(sda apa)

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