Prof. Dr. Mohamed Bentires-Alj hat gut lachen. (Bild: zVg)

Basel

Uni Basel entdeckt wichtigen Faktor für Entstehung von Brustkrebs

Basler Forschende haben einen Tumorsuppressor als zentralen Akteur in der Entwicklung und Behandlung von Brustkrebs identifiziert. Die neuen Erkenntnisse weisen darauf hin, warum bei manchen Patientinnen die Krebstherapie nicht anschlägt.

Mohamed Bentires-Alj, der bis vor kurzem am Friedrich Miescher Institut in Basel forschte und nun an der dortigen Universität und dem Universitätsspital arbeitet, hat mit seinem Team einen Faktor identifiziert, der für die Entstehung von Brustkrebs eine wichtige Rolle spielt.

Dabei handelt es sich um einen Tumorsuppressor namens LATS, der auch für Wirkung bestimmter Therapien zentral ist, wie die Forschenden im Fachblatt Nature berichten.

«LATS balanciert die Zellschicksale im Brustgewebe aus», erklärte Bentires-Alj gemäss einer Mitteilung der Universität Basel. «Fällt es aus, verschiebt sich das Gleichgewicht und es entstehen mehr Zellen, die zu Tumoren heranwachsen können.»

Wichtig für Therapiewirkung

Beim häufigsten Typ von Brusttumor tragen die Tumorzellen eine Andockstelle (Rezeptor) für Östrogen. Diese Krebszellen sind für ihr Wachstum auf das Hormon angewiesen; deshalb ist der Rezeptor das Angriffsziel verschiedener Krebsmedikamente. Bei einem Drittel der Patientinnen wirkt dieser Ansatz jedoch nicht, oder sie Patientinnen entwickeln dagegen eine Resistenz. Auch hierbei spielt LATS gemäss den Forschern eine Rolle.

Im gesunden Brustgewebe sorgt dieses Protein nämlich dafür, dass der Östrogenrezeptor richtig abgebaut wird, hiess es in der Mitteilung der Uni Basel. Damit spielt es auch eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten, die den Abbau des Rezeptors fördern. Ohne LATS reagierten Brustkrebszellen im Laborversuch beispielsweise nicht mehr auf die Therapie mit dem Wirkstoff Fulvestrant.

Das Fehlen von LATS führte ausserdem dazu, dass zwei andere Proteine stabilisiert wurden, die in vielen Krebsarten vermehrt produziert werden und die Zellteilung antreiben. «Dadurch, dass wir jetzt genauer verstehen, wie die molekularen Prozesse im gesunden Brustgewebe zusammenspielen, verstehen wir besser, wie Krebsursprungszellen heranreifen, und warum bestimmte Tumore nicht auf Therapien reagieren», so Mohamed Bentires-Alj.

(sda)

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