(KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Schweiz

Schweizerische Nationalbank schreibt rund 24 Milliarden Franken Gewinn

Nach einem Milliardenverlust im Jahr 2015 dürfte die Schweizerische Nationalbank (SNB) das vergangene Jahr mit einem Gewinn von gut 24 Milliarden Franken abschliessen. Aufgrund der neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung fliessen an Bund und Kantone rund 1,5 Milliarden Franken.

Der Grossteil des Jahresgewinns von insgesamt gut 24 Milliarden Franken geht auf die Fremdwährungspositionen zurück, wie die SNB am Montag, 9. Januar 2017 mitteilte. Allein dort erzielte die Nationalbank einen Erfolg von 19 Milliarden Franken.

Aber auch von einem höheren Goldpreis konnte die SNB profitieren. Aus der Bewertung des Goldbestands ergab sich ein Gewinn von 3,9 Milliarden Franken. Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 1,9 Milliarden Franken beträgt der Bilanzgewinn gut 21 Milliarden Franken. Dies ermöglicht eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie. Den Rückstellungen für Währungsreserven weist sie rund 4,6 Milliarden Franken zu.

Dass die SNB für das Jahr 2016 einen Gewinn verbuchen kann, zeichnete sich ab. Für die erste Jahreshälfte wies sie einen Erfolg von 21,3 Milliarden Franken aus. Im dritten Quartal konnte sie diesen auf 28,7 Milliarden Franken steigern. Besonders die tiefen Zinsen bescherten der Nationalbank auf den Zinspapieren und -instrumenten hohe Kursgewinne.

Im Jahr 2015 hatte die Nationalbank noch einen Verlust von 23 Milliarden Franken eingefahren. Damals erreichte der Verlust nach dem ersten halben Jahr sogar einen Rekordwert von 50,1 Milliarden Franken, welche die Nationalbank in der zweiten Jahreshälfte teilweise ausmerzen konnte.

Ausschüttung an die öffentliche Hand

Die öffentliche Hand erhält von der Nationalbank zusätzlich zu der ordentlichen Gewinnausschüttung von einer Milliarde Franken rund 500 Millionen Franken. Die Höhe dieser Zusatzausschüttung entspreche der neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung, erklärt Andreas Huber-Schlatter, Sekretär der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und -direktoren (FDK) gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Demnach erhöht sich die Auszahlung an die öffentliche Hand auf 2 Milliarden Franken, sobald die Ausschüttungsreserve 20 Milliarden Franken überschreitet. Dieser Betrag wird gekürzt, wenn die Ausschüttungsreserve nach der Gewinnausschüttung auf einen Wert unter 20 Milliarden Franken sinkt.

Nach der neuen Vereinbarung werden zudem ausgefallene Ausschüttungen in den Folgejahren kompensiert, wenn es die Ausschüttungsreserve zulässt. Bund und Kantone sollen dadurch mehr finanzielle Planungssicherheit erhalten.

Zwar bleiben die 1,5 Milliarden Franken, welche die SNB ausschüttet, unter dem Maximum von 2 Milliarden Franken. Die FDK zeigt sich dennoch erfreut über das Jahresergebnis der SNB. Nicht nur weil die Nationalbank überhaupt eine Zusatzausschüttung an die öffentliche Hand vornehmen wird, sondern auch weil sie die Ausschüttungsreserve wieder auffüllen kann.

Im Jahr 2013 hatte die Nationalbank nämlich erstmals seit 1907 wegen eines hohen Verlustes keine Ausschüttung vorgenommen. Im Jahr 2015 konnte die Nationalbank dank der gut gefüllten Ausschüttungsreserve die ordentliche Ausschüttung von 1 Milliarde Franken dann trotzdem vornehmen.

Nach den Auszahlungen an Bund und Kantone werde die Ausschüttungsreserve 20 Milliarden Franken betragen, schreibt die SNB. Den ausführlichen Jahresbericht und die definitiven Zahlen legt die Nationalbank am 6. März vor, der Geschäftsbericht wird am 23. März publiziert.

(sda)

2 Kommentare

  1. Die SNB ist häufig Gegenstand der Berichterstattung.
    Hier eine Darstellung aus einem anderen Blickwinkel :

    Schweizer Zentralbank : Billigste börsennotierte Notenbank
    SNB : Aktionärssicht-Bewertungsansatz verfehlt / Richtig : Unternehmenswert

    Eine SNB-Aktie wird stereotyp aus der Sicht eines Privat-Aktionärs
    mit beschränktem Stimm- und Dividendenrecht beurteilt.
    Das ist ein verfehlter Bewertungsansatz. Er bedeutet nämlich, der Wert
    der SNB könnte immer weiter zunehmen, der Aktienkurs bleibt gleich.
    Das kann nicht sein und ist auch nicht so.
    Der Dividendenbeschränkungs- und Stimmrechtsbeschränkungsansatz bedeutet
    ja die völlige Loslösung der Bewertung der SNB von ihrem “Geschäft”.
    Dieser Logik zufolge könnte die SNB mit ihrem elektronischen Geld die
    “ganze Welt” aufkaufen, der Unternehmenswert bliebe bei 170 Millionen CHF.
    Richtig ist vielmehr, der Wert der SNB muss geteilt werden durch die
    Anzahl der 100.000 Aktien.
    Die inadäquate Bewertung zeigt sich ja bereits im Vergleich der
    börsengelisteten Notenbanken.
    Bekanntlich ist die SNB die billigste und beste zugleich.
    Die griechische rangiert auf dem Kurszettel deutlich über der SNB,
    die belgische ist sogar siebenmal so teuer.
    Die japanische hat die doppelte Bewertung.

    Einflussmöglichkeiten der Eigentümer von Aktiengesellschaften
    sind grundsätzlich beschränkt.
    So stellt die SNB für einen reinen Finanzinvestor keine Ausnahme dar.

    Auch ist die SNB keine Zeitbombe wie so häufig angemerkt.
    Ihre Politik unterscheidet sich grundsätzlich von der der anderen
    Notenbanken.
    Die SNB betreibt eine Frankenschwächungspolitik, die anderen
    dagegen eine als Antideflationspolitik vermarktete Staatsfinanzierung.
    Folglich kaufen die anderen nur Anleihen, die SNB hingegen
    wandelt ihre gekauften Währungen in Sachwerte um.
    Mit 40 Mrd CHF in Gold, 80 Mrd CHF in Rücklagen,
    150 Mrd CHF in Aktien hat sie nahezu 275 Mrd CHF in
    sicheren Anlagen.
    Demnach könnten sich die 550 Mrd in EUR/USD halbieren,
    ohne Schaden zu nehmen.
    Diesen debt/equity swap wird sie weiterbetreiben,
    solange im Ausland ihr elektronisches Geld
    für den Sachwertekauf akzeptiert wird.
    Fortlaufend und sogar am Ende wird sie nicht nur den Franken
    geschwächt haben, sondern äusserst gewinnträchtig abschliessen.

    Das alles ist mehr als 170 Mio CHF wert.
    Das Zehnfache, also 1,7 Mrd. allemal, wenn nicht
    sogar 17 Mrd.
    Diese Bewertung wäre angemessener und weniger verwunderlich
    als die völlig absurden, inadäquaten 170 Millionen.

    Diese Bewertung ist ausschliesslich dem stereotyp
    und klischeehaft dauerhaft bemühten
    verfehlten Bewertungsansatz aus der Sicht eines
    dividenden- und stimmrechtsbeschränkten Privat-Aktionärs
    in Verbindung mit dem weitverbreiteten Nichtwissen
    über die Gesamtbewertung geschuldet.
    Selbst wenn man diesem falschen Bewertungsansatz folgte,
    würde auffallen, dass bereits er in sich nicht haltbar ist,
    da der grösste Teil der Aktionäre öffentliche mit
    vollem Stimmrecht sind und sich in einer Valorennummer
    mit den privaten wiederfinden.

    Die Aufgabe des Investor Relation ist, die richtige Einschätzung
    des Unternehmenswertes zu ermöglichen.
    Doch Inadäquatheiten können sich lange halten.Report

    1. Guten Tag Reinhold. Besten Dank für deine umfängliche Meinung und deinen Input. Es freut uns, wenn du Telebasel weiterhin mit solcher Hingabe und Genauigkeit verfolgst. Liebe Grüsse aus der Redaktion.Report

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