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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Januar 2017. (Video: Telebasel)

Basel

Ein Jahr Poller am Spalenberg

Anfang Januar 2016 installierte das Bau-und Verkehrsdepartement von Hans-Peter Wessels am oberen Ende des Spalenbergs versuchsweise eine Polleranlage. Die versenkbaren Pfosten markieren die Grenze der theoretisch autofreien Innenstadt, wo seit 2014 das neue Verkehrsregime mit seinen strengen Zufahrtsbeschränkungen gilt.

Während der Güterumschlagszeiten zwischen 5 und 11 Uhr vormittags versenken sich die Poller, wenn sich ein Fahrzeug auf den Induktionsschlaufen davor befindet. Zur Zufahrt Berechtigte können die Anlage mittels einer Karte mit einem QR-Code bedienen. Wird der Code bei der Kontrolleinheit der Poller eingelesen, senken sich die Pfosten ab. Rettungsdienste und die Stadtreinigung können die Anlage mit einem Schlüssel bedienen. Eine Gegensprechanlage, die mit der Verkehrspolizei verbunden ist, sorgt dafür, dass falls nötig weiteren Personen die Zufahrt ermöglicht wird.

Positive Bilanz

Nach einem Jahr zieht das Bau-und Verkehrsdepartement (BVD) nun eine äusserst positive Bilanz des Poller-Pilotversuchs. Die Anlage habe sich bewährt und werde akzeptiert. Wie die stellvertretende Leiterin Kommunikation BVD, Nicole Stocker, gegenüber Telebasel erklärt, werde das Departement im Frühjahr einen entsprechenden Bericht an die Regierung senden. Diese werde dann entscheiden, ob das Pilotprojekt fortgeführt werden soll und ob auch an anderen Zufahrten zur Basler Innenstadt installiert werden. Das Geschäft gehe dann an den Grossen Rat.

Ladenbesitzer unzufrieden

Eine ad hoc-Umfrage von Telebasel im unmittelbaren Umfeld der Polleranlage am Spalenberg zeigt: Die positive Einschätzung des BVD wird von Anrainern und Ladenbesitzern nicht geteilt. Beklagt werden Umsatzrückgänge und niedrigere Besuchsfrequenzen seit Einführung des neuen Verkehrsregimes. Diese Tendenz habe sich mit der Installation der Polleranlage noch verstärkt. Ausserdem berichten die Ladenbesitzer gegenüber Telebasel übereinstimmend von wiederkehrenden Unfällen bei den Pollern. Immer wieder würden Velofahrer über die Pfosten stürzen. Des Öfteren kämen Fussgänger zu Fall. Davon besonders betroffen seien Kinder und ältere Leute. Mehrere Anrainer haben nach eigenen Angaben auch beobachtet, wie im Sommer 2016 ein Auto von den Pollern regelrecht aufgespiesst worden sei. Das Platzen der Autoreifen habe dabei einen lauten Knall erzeugt, der weitherum wahrgenommen wurde. Für David Nippel vom Baby-Shop ‹Dreikäsehoch› ist die Situation untragbar geworden. Wie der Jungunternehmer gegenüber Telebasel erklärt, gibt er seinen Laden am Oberen Spalenberg auf und zieht an die Peripherie der Innenstadt.

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