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Der Telebasel Sport Beitrag vom 3. Januar 2017.

Basel

Gut besetztes Schachfestival in Riehen

Das diesjährige Schachfestival findet in der Woche vom 2. bis am 8. Januar zum zweiten Mal, nach dem Umzug vom Hotel Hilton, im Landgasthof Riehen statt. Zu Gast sind auch mehrere Schach-Grossmeister, unter anderem Eltaj Safarli aus Aserbaidschan (Weltnummer 69) und der beste Schweizer Schachspieler Yannick Pelletier.

Im grossen Saal des Landgasthofes in Riehen herrscht trotz voller Halle totale Stille. Einzig, der unter den Schritten der neugierigen Zuschauer knarrende Boden, ist zu hören. Die Schachspieler, die am Meister- und Amateurturnier teilnehmen, brauchen ihre volle Konzentration. Ein einziger falscher Zug ist auf diesem Niveau nahezu spielentscheidend, wie der Organisator Bruno Zanetti, selbst passionierter Schachspieler, erklärt. Für ihn selbst wird es voraussichtlich das letzte Schachfestival als Organisator sein. Ein Nachfolger ist bereits in Sicht. Ein letztes Mal weibelt Zanetti an allen Ecken und Enden und erzählt von der Geschichte des Festivals: Es begann im Hotel Hilton und stand nach dessen Ende 2015 plötzlich ohne Austragungsort da. Bis sich plötzlich eine neue Möglichkeit ergab – auch Telebasel sei Dank:

(Video: Telebasel)

Zanettis Stolz

Mit einer Dotierung von 15’000 Franken und einem maximalen Preisgeld von 2’500 Franken ist es nicht das lukrativste Turnier für die Spieler, unter denen auch einige Profis zu finden sind, jedoch kann Bruno Zanetti durch seine guten Kontakte in die Schachwelt und durch gute Mundpropaganda immer wieder ein interessantes Teilnehmerfeld zusammenstellen. So kommen auf Anraten des Vorjahressiegers viele kasachische Spieler wie auch Eltaj Safarli nach Basel. Der beste Schweizer Yannick Pelletier dagegen ist ein Bekannter aus Zanettis aktiver Zeit. Vor drei Jahren gelang es ihm sogar Maxime Vachier-Lagrave, die heutige Nummer 5 der Welt, dabei zu haben. Die Spieler, egal ob Amateur- oder Meisterstatus, sind hier gerne zu Gast und Zanetti hat sie alle gerne hier. Für ihn ist ein Schachspiel zwischen zweier Gegner auf Augenhöhe immer spannend, egal ob Profi oder blutige Anfänger.

Schach mit grossem Potential

Trotz der langjährigen Tradition des Spiels sieht Zanetti im Schach ein grosses Entwicklungspotential. So schätzt er das heutige Spiel auf einem höheren Niveau ein, als noch vor dreissig Jahren, der Zeit der Schach-Legende Garri Kasparow. Sässen sich der aktuelle Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen und der Russe Kasparow gegenüber, Zanetti sähe nach langem Überlegen den jungen Norweger im Vorteil. Den Grund sieht er vor allem in den verbesserten Hilfsmittel wie dem Internet, die den Spielern zur Verfügung stehen. Heutzutage ist es viel einfacher sich Partien anderer Spieler anzusehen um daraus seine Schlüsse zu ziehen. Es ergeben sich vor allem zwei Vorteile, man kann einerseits sein eigenes Spiel verbessern und andererseits seine Gegner analysieren. Eine Partie vergleicht er mit einem Fussballspiel, weil sich ein Schachspieler genau so darauf vorbereitet. Er ermittelt im Videostudium die Stärken, Schwächen sowie seine gängigsten Taktiken und stellt sich darauf ein. Besonders verwirren kann man den Gegner bei den Eröffnungen, denn da hat jeder Spieler seine klaren Vorlieben. Da sich allerdings beide auf einander einstellen, bleibt das Spiel weiterhin hochstehend und spannend. Viele Spiele sind zudem umkämpft, da so viel Bedenkzeit vorhanden ist. Ein geübter Spieler kann sich eine Partie sogar soweit  einprägen, dass er das ganze Brett auch in den Pausen immer im Hinterkopf behält und da virtuell für sich weiterspielen kann.

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