Featured Video Play Icon
Der Telebasel Talk vom 3. Januar 2017 mit Christoph Brutschin.

Basel

Brutschin: «Nein, die Notschlafstelle weist keine Leute ab»

Es ist kalt draussen. Dennoch weise die Basler Notschlafstelle Obdachlose ab, so der Vorwurf, den Claudia Adrario von der Wärmestube ‹Soup & Chill› in Medienberichten erhob. Im Telebasel Talk vom 3. Januar 2017 hat der Regierungsrat Christoph Brutschin Stellung genommen. Heute Samstag, 8. Januar, zeigen wir den Talk um 18.40 Uhr nochmals in der Wiederholung.

Schwere Vorwürfe wurden in den letzten Tagen laut. Die «Basler Sozialhilfe gefährdet Menschenleben», titelte das Junge Grüne Bündnis in einer Medienmitteilung. Mit Bestürzung und Sorge habe man zur Kenntnis genommen, dass die Notschlafstelle, die von der Basler Sozialhilfe betrieben wird, Obdachlose abweise und zurück auf die Strasse schicke.

«Unmenschlich und gefährlich» nennt auch die Gründerin der Wärmestube ‹Soup & Chill› Claudia Adrario die Praxis der Basler Sozialhilfe: «Irgendwann wird jemand erfrieren», sagte sie der Tageswoche, die über den Konflikt berichtete: Zwischen Adrario und der Basler Sozialhilfe kam es im Dezember zum grossen Krach. Als soziale Institution darf die Wärmestube Kostengutsprachen für die Übernachtung in der Basler Notschlafstelle aushändigen. ‹Soup & Chill› habe aber viel zu viele Kostengutsprachen vergeben. In Rücksprache mit Christoph Brutschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, wurde deren Zuteilung an die Wärmestube zahlenmässig begrenzt, wie die aktuelle ‹Schweiz am Sonntag› berichtete.

«Nein, die Notschlafstelle weist keine Leute ab»

Nun hat der Christoph Brutschin im Telebasel Talk Stellung genommen. Auf die Frage, ob die Vorwürfe korrekt seien, erwidert der Sozialminister, dass die Notschlafstelle keine Leute abweise. Er habe sich nochmals informiert: «Im Dezember ist eine einzige Person zurückgewiesen worden.» Der Grund: Diese Person habe eine Schlafstelle im Empfangszentrum Bässlergut gehabt. «Es ist definitiv nicht der Fall», dass Menschen an der Notschlafstelle abgewiesen und zurück in die Kälte geschickt worden seien, so Brutschin.

Die Notschlafstelle dürfe nie ganz voll sein, erklärt der Regierungsrat. Es müsse immer Platz für die Basler Obdachlosen haben. Man wisse bis spät abends nie genau, ob diese noch einen Schlafplatz benötigen. «Und wenn wir das [die Notschlafstelle] jetzt mit Leuten füllen, die von woanders herkommen – meistens junge Männer – dann ist das problematisch», führt Brutschin weiter aus. Es habe von Obdachlosen Beschwerden bezüglich dieser Arbeitsmigranten gegeben. Einzelne Obdachlose seien deshalb nicht mehr in die Notschlafstelle gegangen. «Wir möchten nicht, dass die lokalen Obdachlosen plötzlich nicht mehr in die Notschlafstelle gehen und darum draussen sind», sagt Brutschin.

Mehr dazu sehen Sie oben im Video.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Was geschah bisher