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Der Beitrag in den Telebasel News vom 22. Dezember 2016.

Basel

Schüler zu Tränen gerührt

Shlomo Graber ist mit 90 Jahren einer der letzten Überlebenden des Nazi-Terrors. Seine ganze Familie wurde ausgelöscht und er war in drei Konzentrationslager interniert. Heute gibt er seine schrecklichen Erfahrungen an jüngere Generationen weiter.

Die Aula am Gymnasium Leonhard ist innert kürzester Zeit rappelvoll. Grund ist der Besuch von Shlomo Graber. Während einer Stunde erzählt er den Schülern von seiner Zeit in den Konzentrationslagern. Die Schüler kleben an seinen Lippen und zeigen sich geschockt, ob seinen Geschichten.

«Ich hatte es schwer meine Tränen zurückzuhalten», sagt Schülerin Rabia Demir. «Die kleinen Details, die er uns erzählt hat. Da haben sich meine Augen immer mit Tränen gefüllt. Ich habe mir gedacht, wie kann man das nur einem Menschen antun.»

Positiv trotz Horror-Erlebnissen

Shlomo Graber erzählt ruhig aber sehr detailreich von den Gräueltaten, die im KZ vor seinen Augen geschahen. Von seinen Nahtod-Erlebnissen und vom Sadimus einiger Personen. Trotz allem hegt er keinen Hass gegen seine Peiniger. Das beeindruckt die Schülerin Mia Kolb: «Seine Lebenseinstellung ist bewunderswert. Dass er keinen Hass gegen die Menschen hat und dass er das Ganze geschafft hat. Seine Botschaft, dass man nur sich selber hat und sich selbst etwas schaffen kann, hat mich sehr beeindruckt.»

Shlomo Graber selbst hat seine Geschichte zu seinem Auftrag gemacht. «Ich sage immer, dass ich im Leben geblieben bin, ist eine Verpflichtung, meine Geschichte der Jugend zu erzählen. Die Jugend ist mir sehr wichtig. Weil die Jungen nehmen diese Geschichten sehr emotional auf und geben sie auch weiter.»

Schlangen für Unterschrift

Am Ende des Vortrags hätte die Mittagspause der Schüler bereits angefangen. Aber alle wollten bleiben, um Shlomo Graber noch einige Fragen zu stellen. Dieser nahm sich geduldig Zeit und beantwortete jede Frage ausführlich. Gross war dann auch der Ansturm auf sein Buch, das gratis verteilt wurde. Alle wollten es sich von ihm persönlich signieren lassen. Aber vermutlich hat Shlomo Graber mit seinem emotionalen Vortrag bei den Schülern mehr hinterlassen als eine Widmung in ihrem Buch.

Der Telebasel Talk mit Shlomo Graber vom 16. Dezember 2016:

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