Viel Dampf um nichts? Oder muss tatsächlich stärker gegen E-Zigaretten vorgegangen werden? Das Fehlen von Langzeitstudien erschwert diese Einschätzung. (Bild: keystone)
Schweiz

Kommission fordert strenge Regelung für E-Zigaretten

Die Eidgenössische Kommission für Tabakprävention (EKTP) spricht sich für eine strenge Regulierung der E-Zigaretten aus. Sie dürften nicht zur Marktnische für die Tabakindustrie werden, weil in vielen Ländern der Verkauf von Tabakzigaretten rückläufig sei.

Die Expertinnen und Experten der Tabakprävention sind bezüglich der E-Zigaretten geteilter Meinung, wie aus einer in der Schweizerischen Ärztezeitung vom Mittwoch, 21. Dezember 2016, publizierten Stellungnahme hervorgeht.

Einige sähen darin ein Instrument mit hohem Potenzial, Gesundheitsrisiken zu reduzieren. Andere sähen die Gefahr, dass die E-Zigarette auf individueller Ebene den Einstieg in die Tabakabhängigkeit fördere und auf gesellschaftlicher Ebene das Rauchen wieder normalisiere.

Aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes seien E-Zigaretten nach kurzdauernder Anwendung ohne Wiederholung weniger schädlich als Tabakzigaretten. Mangels Daten zu mittel- und langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sei aber momentan eine Einschätzung der relativen Risikoreduktion durch den kompletten Wechsel von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten nicht genau festlegbar.

Die Kommission empfiehlt aber eine spezifische Regulierung der E-Zigaretten mit Qualitätsnormen für Geräte und Liquide sowie eine restriktive Liste der erlaubten Komponenten der Flüssigkeiten und eine Höchstgrenze für den Nikotingehalt.

Alle Inhaltsstoffe sowie Warnhinweise müssten auf den Packungen aufgeführt werden. Jede Form von Werbung und Promotion für E-Zigaretten müsse verboten werden.

Besteuerung wie bei Tabak gefordert

E-Zigaretten müssten zudem gleich wie Zigaretten besteuert werden. Die Höhe der Steuer soll derjenigen der Tabakprodukte entsprechen.

In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen Gesundheitsbehörden davon absehen, E-Zigaretten für die Tabakentwöhnung zu empfehlen. Die nötigen wissenschaftlichen Nachweise für die Sicherheit und die langfristige Wirksamkeit fehlten für eine solche Empfehlung, schreibt die EKTP.

 (sda)

1 Kommentar

  1. Da hat die Pharma- und die Tabaklobby mal wieder ganze Arbeit geleistet. Hauptsache die Pharma kann ihre nutzlosen Nikotinpflaster und -kaugummis verhökern und weil damit sowieso kaum einer aufhört zu rauchen, sind auch ihre Milliarden für Krebs- und Herzmedikamente ungefährdet. Dass die Tabakindustrie gegen das Dampfen ist, ist ja offensichtlich, wer mag schon Konkurrenz. Wie es ohne Einfluss dieser Lobby-Organisationen aussieht, sieht man in England. Dort geht es um die Gesundheit der Bevölkerung und deshalb wird das Dampfen als Rauchstoppmethode empfohlen. Mal ehrlich, wieso sollte ein Produkt, das keinen Tabak enthält, wie Tabak besteuert werden? Will der Staat damit die Einnahmen kompensieren, die verloren gehen weil sich immer weniger Menschen den tödlichen Tabakrauch reinziehen wollen? Scheinbar geht unserem Staat unsere Gesundheit am A… vorbei, Hauptsache die Kohle stimmt. Und die will man lieber bei Ex-Rauchern reinholen als dass man die Subventionen für Tabakanbau streichen würde. Zusammengefasst: Der Staat subventioniert Tabakbauern und will das erfolgreichste Mittel zum Rauchstopp zu Tode regulieren. Ergo, der Staat will dass wir rauchen, krank werden und früh sterben.Report

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