Basel

Virtuelle Realität hilft Ärzten bei der OP-Planung

Eine von Basler Forschern entwickelte Technik kann aus Computertomografie-Daten eines Patienten blitzschnell eine 3D-Darstellung für eine virtuelle Umgebung erzeugen. Mit einer ‹Virtual Reality›-Brille können Chirurginnen sich so ein genaues Bild machen und die Operationsschritte besser planen.

Dem Forschungsteam unter der Leitung von Philippe C. Cattin von Universität und Universitätsspital Basel ist es gelungen, eine dreidimensionale Simulation aus zweidimensionalen Computertomografie-Bildern schneller zu berechnen, als dies bisher möglich war. So werde die notwendige Bildrate erreicht für die flüssige Wiedergabe in einer virtuellen Umgebung, teilte die Uni Basel mit.

Damit den Nutzern nicht schwindlig oder gar übel wird, muss das System namens SpectoVive 180 Bilder pro Sekunde berechnen, jeweils 90 Bilder pro Auge. Auch den Schattenwurf könne das System flüssig berechnen und so einen realistischen Tiefeneindruck erzeugen, hiess es weiter.

Mithilfe einer VR-Brille können Ärzte so beispielsweise mit einem Hüftknochen interagieren, der operiert werden muss: Sie können ihn vergrössern, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten oder unterschiedlich beleuchten, um alle Details zu erkennen.

Der Augenarzt Peter Maloca vom Unispital Basel testete das System und bewertete es laut der Mitteilung positiv: «Als Arzt betrachte ich die Bilder meines Patienten nicht mehr nur aus der Vogelperspektive, sondern werde Teil davon.»

Das Potenzial von SpectoVive sieht Cattin vor allem in der Diagnostik, der Planung chirurgischer Eingriffe und der Ausbildung von Studierenden. Die Entwicklung fand im Rahmen ‹MIRACLE›-Projekts statt, das minimalinvasive Eingriffe an Knochen mittels Laserstrahlen zum Ziel hat. Die Technik soll dereinst entsprechend auch bei der Navigation robotergeführter Lasersysteme zum Einsatz kommen.

Aber auch Museen hätten bereits Interesse bekundet, schrieb die Uni. Mit SpectoVive könnten Museumsbesucher das Innere von Exponaten wie beispielsweise Mumien erkunden, ohne dass diese zu Schaden kommen.

(sda)

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In aller Kürze:

Eine von Basler Forschern entwickelte Technik kann aus Computertomografie-Daten eines Patienten blitzschnell eine 3D-Darstellung für eine virtuelle Umgebung erzeugen.