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Basel

Im Talk: 10 Jahre Soup & Chill

10 Jahre Soup & Chill: Claudia Adrario gründete 2006 zusammen mit der Gassenarbeiterin Catherine Darge und der langjährigen Mitarbeiterin der Bahnhofshilfe, Irène Lengacher, die Wärmestube. Immer mehr Menschen besuchen sie. Aber den Jubeltag begeht sie mit gemischten Gefühlen. Warum? Sie ist Gast im Telebasel Talk ab 18.40 Uhr.

Die Wärmestube «Soup & Chill» (Gassenküche) ist zu einer wichtigen sozialen Institution in Basel geworden. Geboten werden Gratissuppe und ein Ruheort für sogenannt «randständige Menschen». Die Institution hält sich mit Spenden knapp über Wasser. Immer mehr Menschen nutzen sie. Mit der Gründung begann eine eigentliche Odyssee. Sechs Wintersaisons lang war Soup&Chill in provisorischen Räumlichkeiten (Abbruch-Liegenschaften, Containern) untergebracht. Endlich am 1. November 2012 wurde das neue feste Domizil in der Solothurnerstrasse 8, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs SBB, eröffnet.

Jubiläum ist kein Grund zur Freude

Aber sind die zehn Jahre und die Tatsache, dass immer mehr Leute die Wärmestube aufsuchen, ein Grund zur Freude? «Nein», schreibt Gründerin und Präsidentin Claudia Adrario de Roche im Vorwort zum Jubiläumsbuch «Schritte, Wege, Eindrücke durch das soziale Basel, durch die Welt», das zum Jubiläum erscheint, «das ist eigentlich kein Erfolg, das ist kein Grund zur Freude, denn es zeigt, dass immer mehr Menschen kein eigenes Wohnzimmer haben.»

Adrario fährt fort im Vorwort: «Es könnte auch in Bern oder in Wien oder in Köln spielen. «Soup&Chill» ist Stellvertreterin für ähnliche Unternehmungen in dieser definierten Dekade. Überall hätte man um Geld und gegen Bürokratie kämpfen müssen. Überall hätte man groteske Sätze zu hören bekommen. Überall hätte man
wegen dieser Hindernisse viel zu viel Kraft und Zeit gebraucht, mit der und in der man viel Besseres hätte machen können. Überall wären die Begegnungen mit Menschen die wichtigste Motivation gewesen, weiterzugehen. Weil es kein Zurück geben kann und darf.

«Essen und ein Ruhe-Ort sind ganz einfach Menschenrechte»

Sie widmet das Buch all jenen, die «Ähnliches machen und Ähnliches vorhaben und manchmal fast verzweifeln.» Im Buch sind nebst Adrarios Texten auch Beiträge von Autoren wie -minu, Franz Hohler, Jean Ziegler, Matthias Zehnder oder auch vom ehemaligen Grossratspräsidenten Bruno Mazzotti vertreten.

Am Donnerstag, 1. Dezember 2016, feiert «Soup & Chill» das Geburtstagfest «en famille», tags darauf ist Buchvernissage. Was will Claudia Adrario de Roche mit ihrer Arbeit erreichen? Was sind die wesentlichsten Erfahrungen? Sie ist Gast im Telebasel Talk ab 18.40 Uhr.

Telebasel berichtet mehrfach über «Soup & Chill», zum Beispiel hier.

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In aller Kürze:

Gründerin und Präsidentin von «Soup & Chill» Claudia Adrario de Roche im Telebasel Talk vom 1. Dezember 2016.

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