Zum Beginn der mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten bildeten sich am Dienstag lange Schlangen, um dem ‹Comandante› die letzte Ehre zu erwiesen. (Bild: keystone)
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Kubaner nehmen Abschied von Fidel Castro

Kuba nimmt Abschied von Fidel Castro. Zum Beginn der mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten bildeten sich am Dienstag lange Schlangen, um dem ‹Comandante› die letzte Ehre zu erwiesen.

Die Menschen versammelten sich am Denkmal für den Nationalhelden José Martí, um Abschied von dem umstrittenen Revolutionsführer zu nehmen, viele weinten. Von dort sollte die Urne mit Castros sterblichen Überresten bis zur Bestattung in Santiago de Cuba auf eine mehrtägige Reise gehen. Zur Trauerfeier in der Nacht zu Mittwoch (MEZ) wurden mehrere Staats- und Regierungschefs erwartet.

Im Innenraum José-Martí-Denkmals waren ein grosses Foto aus Castros Zeit als Revolutionär und ein Blumengebinde aufgestellt worden. Flankiert wurde es von vier Soldaten in Gala-Uniform. Andächtig zogen die Trauergäste an dem Schrein vorbei, Veteranen der Revolution standen stramm und salutierten.

«Er war immer da – egal welcher Herausforderung sich das Land ausgesetzt gesehen hat», sagte ein Mitarbeiter einer staatlichen Tourismusfirma. «Ich weiss gar nicht, wie das Leben ohne ihn sein wird.»

Vor allem ältere Menschen auf Kuba verehren Castro noch immer. «Dank ihm bin ich, wer ich bin», sagte der 69-jährige Dozent für Biochemie, Gilberto Tárano. «Ich stamme aus einer armen Familie. Ohne ihn hätte ich niemals studieren können.»

Trauerzug nach Santiago de Cuba

Ab Mittwoch soll die Urne in einem mehrtägigen Trauerzug über verschiedene Städte und Ortschaften zur 900 Kilometer von Havanna entfernten Stadt Santiago de Cuba gebracht. Dort soll Castro am kommenden Sonntag bestattet werden.

Castro war am Freitagabend im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte das Land 47 Jahre regiert und sich 2006 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Der Annäherung Kubas an den einstigen Erzfeind USA stand er skeptisch gegenüber, aber er liess seinen Bruder und Nachfolger Raúl Castro gewähren.

Während seine Unterstützer die Errungenschaften im Bildungs- und Gesundheitsbereich betonen, verweisen die Kritiker darauf, dass er jahrzehntelang für politische Unterdrückung verantwortlich war. Unbestritten ist, dass er einer der einflussreichsten Politiker Lateinamerikas war.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama meinte: «Die Geschichte wird (…) über die enorme Auswirkung urteilen, die diese einzelne Person auf die Menschen und die Welt (…) hatte.»

(sda)

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