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Die Sendung Mash zum Thema. (Video: Telebasel)

Basel

Die Sorgen der Jugendlichen sind geblieben

Dass Kinder und Jugendliche Sorgen haben, war schon immer so. Doch in den letzten Jahren gab es starke Veränderungen bei den Themen - und eine Zunahme an Hilfesuchenden, die sich an das Beratungstelefon 147 wenden..

Seit vielen Jahren setzt sich die Stiftung Pro Juventute für Kinder und Jugendliche ein. Zu ihrem Angebot gehört unter anderem das Beratungstelefon 147: Eine Hotline, bei der sich jeder anonym melden kann, um über seine Probleme zu sprechen.  

Die Themen sind sehr vielfältig und reichen von Fragen zur Sexualität, über persönliche Probleme, bis hin zu Gewalt. Wie eine Statistik von Pro Juventute zeigt, haben sich in den letzten fünf Jahren die Schwerpunkte allerdings stark verlagert.

So war im Jahr 2011 Sexualität das häufigste Anliegen. 2015 wurden die Berater vor allem wegen persönlicher Probleme kontaktiert.

Moana Crescionini, eine von rund 70 Beratern und Beraterinnnen, vermutet die zunehmende Internetnutzung und die damit verbundenen Informationsquellen als Grund für den starken Rückgang von Fragen zur Sexualität.

Täglich treten rund 400 Betroffene in Kontakt mit dem Beratungstelefon 147, wo man rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr für sie da ist. Dies via verschiedenster Kanäle wie SMS, Mail, Telefon oder per Live-Chat.

Alarmierende Signale

Etwas beunruhigend ist die Statistik der Kriseninterventionen. Jugendliche, die wegen Selbstmordgedanken oder gar -absichten anrufen, sind für die Berater nie einfach. So kommt es manchmal vor, dass ein Gespräch am Telefon nicht ausreicht, da der Betroffene nicht mehr mit sich reden lässt.

Dann muss der Rettungsdienst aufgeboten werden, um Schlimmeres zu verhindern. Die Zahlen, erhoben von der Stiftung Pro Juventute, zeigen, dass solche Interventionen in den letzten fünf Jahren um über 50% zugenommen haben.

Worauf diese Zunahme zurückzuführen ist, ist unklar. Einige vermuten den starken Leistungsdruck in der Gesellschaft. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Hemmschwelle, jemanden anzurufen und um Hilfe zu bitten (bei Pro Juventute sogar anonym), deutlich niedriger ist als noch vor einigen Jahren.

Rasch Hilfe holen

Es ist nicht einfach, zu wissen, wie es einer Person geht. Schon gar nicht während der Teenagerjahre. Deshalb ist es wichtig, ein offenes Ohr zu haben und sich auch rasch Hilfe zu holen, sofern es nötig ist.

Bei Minderjährigen kann man sich auch an die Eltern wenden. Das Beratungstelefon 147 steht nicht nur denjenigen zur Verfügung, die Hilfe brauchen, sondern auch deren Angehörigen.

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In aller Kürze:

Kinder und Jugendliche können sich mit ihren Problemen anonym an das Beratungstelefion 147 von Pro Juventute wenden.