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Angstgegnerin der Bürgerlichen: Heidi Mück, Regierungskandidatin von ‹Basels starke Alternative Basta› (Bild: Keystone)

Basel

Regierungswahlen BS: Sind Sie übermütig, Frau Mück?

«Ja, ich glaube an ein Wunder», so hochgemut liess sich Heidi Mück (52) nach dem ersten Wahlgang vernehmen. Kein Wunder, mit über 18'000 Stimmen lag die Links-Politikerin erstaunlich nahe am absoluten Mehr. Jetzt will sie den Bisherigen Baschi Dürr (FDP) ausbooten und einen fünften Regierungssitz für links erobern. Sogar Bürgerliche trauen ihr das zu. Aber wäre es auch gut? Im Telebasel Talk ab 18:40 Uhr nimmt die Basta-Kandidatin Stellung.

Die Lage nach dem ersten Wahlgang lässt vermuten, dass wir nach dem 27. November parteipolitisch die selbe Regierung haben werden wie in den vergangenen Jahren: Gewählt sind drei Linke und zwei Bürgerliche. Bleiben noch zwei leere Sitze – und für diese treten zwei Bisherige an, die vom übrigen Kandidatenfeld die meisten Stimmen erzielten: Hans-Peter Wessels (SP) und Baschi Dürr (FDP). Gibt also in der Summe: 4 links, 3 bürgerlich. Eine fast ausgeglichene Situation mit linkem Überhang, wie Basel sie seit zwölf Jahren kennt. Wäre da nicht Heidi Mück. Die Basta-Frau – das «Keller-Kind», wie sie sich selber bezeichnet – will nach oben.

Durch ihr unerwartet gutes Resultat euphorisiert, will sie den Bisherigen Baschi Dürr überrunden und zusammen mit Hans-Peter Wessels in die Regierung einziehen. Die 52-jährige Politikerin spricht von einer «historischen Chance», will einen fünften linken Regierungssitz erobern. Mehrere Politbeobachter trauen ihr das zu. Wie berichtet wurde, boten die Bürgerlichen den Linken an, man würde allenfalls auf die weitere Kandidatur von Lorenz Nägelin (SVP) verzichten, wenn die Linken Mück zurück zögen (womit Wessels und Dürr praktisch wiedergewählt wären). Aber Mück lehnte ab. Von den Medien wird die pointierte Links-Politikerin bereits als «Bürgerlichen-Schreck» oder als der menschgewordene «Albtraum» der Bürgerlichen betitelt.

Stört Mück das Gleichgewicht?

Aber es gibt auch andere Stimmen. Sollte der Mück-Coup wirklich gelingen, würden die Leute die Verhältnisse in der Regierung mit 5:2 als nicht mehr «ausgeglichen» wahrnehmen, kommentierten übereinstimmend BaZ und bz Basel. Jede Unzufriedenheit der Bürger würde automatisch links verbucht – in noch stärkerem Masse als es bereits bisher geschah. Die Bürgerlichen erhielten eine allzu breite Zielscheibe. Ist Mücks Furor nicht auch Übermut?

Der bisherige Regierungsrat Hans-Peter Wessels (SP), die neu gewaehlte Elisabeth Ackermann (Gruene), die Regierungsratskandidatin Heidi Mueck (BastA!) und der abtretende Regierungspraesident des Kantons Basel-Stadt Guy Morin, von links, freuen sich nach der Bekanntgabe der Resultate fuer die Regierungsratswahlen des Kantons Basel-Stadt, im Kongresszentrum in Basel, am Sonntag, 23. Oktober 2016. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Hans-Peter Wessels (SP), Elisabeth Ackermann (Grüne), Heidi Mück (Basta) und Guy Morin freuen sich nach der Bekanntgabe der Resultate für die Regierungsratswahlen des Kantons Basel-Stadt, im Kongresszentrum in Basel, am Sonntag, 23. Oktober 2016. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Sicher ist, dass Heidi Mück – eine Persönlichkeit mit verankerten Überzeugungen aus eigenen biographischen Erfahrungen – die Diskussion innerhalb der Regierung mehr als jedes andere Mitglied aufmischen würde. Mück stammt aus armen Verhältnissen und kennt das Leben auf der wirtschaftlich schattigen Seite. Als einzige Partei wagte es Mücks ‹Basta›, Einwände und Forderungen beim neuen Hochhaus-Park der Roche anzubringen. Gegner zweifeln an, ob sie für die Regierung genügend «anpassungsfähig» wäre. Im Telebasel Talk ab 18:40 Uhr.

Sehen Sie am Dienstag, 15. November: Lorenz Nägelin (SVP) im Talk, und Mittwoch, 16. November: Hans-Peter Wessels (neu).

In aller Kürze:

Der Telebasel Talk vom 14. November 2016 mit Heidi Mück.

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