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Der Telebasel Talk vom 3. November 2016.
Basel

Was kostet uns der Atomausstieg, Herr Rechsteiner?

Vor einer Woche drohte Bundesrätin Doris Leuthard auf Telebasel: «Wenn wir die Atomausstiegsinitiative am 27. November annehmen, ist die Stromversorgung von 1,6 Millionen Haushalten gefährdet». Unsinn, findet SP-Grossrat Rudolf Rechsteiner. Er sagt: AKWs sind nicht nur zu gefährlich sondern bringen millionenschwere Verluste. Im Telebasel Talk nimmt der ETH-Dozent Stellung, ab 18:40 Uhr.

Am 27. November stimmen wir ab, ob unsere Atomkraftwerke je nach 45 Jahren Betriebszeit abgeschaltet werden müssen. Die grünen und linken Initianten betonen, dass sich die Schweiz mit Beznau 1 und 2 sowie Mühleberg die ältesten Atombetriebe der Welt «leistet». Diese müssten, sofern die Initiative angenommen wird, nächstes Jahr abgeschaltet werden. Beznau 1 ging 1969 ans Netz. In den letzten zehn Jahren häuften sich die Störfälle, die umfangreiche Revisionsarbeiten nötig machten. Zusammen mit Leibstadt ist es im Moment nicht am Netz. Mühleberg stellt seinen Betrieb sowieso ab 2019 ein.

Massive Verluste

AKW-Gegner Rudolf Rechsteiner hält aber unsere Atom-Oldies nicht nur für zu gefährlich, sondern für extrem unwirtschaftlich. Just heute liess er in der Zeitung Blick eine Bombe platzen. Allein mit öffentlich zugänglichen Zahlen führte der ETH-Dozent in einer Studie aus, dass die beiden AKW-Betreiber Axpo und Alpiq mit ihren Meilern massive Verluste einfahren: Im Durchschnitt in den letzten fünf Jahren 637 Millionen Franken pro Jahr. «Gerade Beznau zeigt das Problem schön: Wie bei einem Oldtimer-Auto muss Axpo immer mehr in diesen Meiler buttern, um ihn überhaupt am Laufen zu halten.»

Rudolf Rechsteiner, Nationalrat SP-BS, spricht waehrend einer Medienkonferenz am Montag, 13. Oktober 2008, in Bern ueber ein Moratorium fuer die Einfuhr von Agrotreibstoffen in die Schweiz. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Rudolf Rechsteiner. (Bild: Keystone)

Mit Rechsteiners Rechnung gar nicht einverstanden ist laut Blick der Energiekonzern Axpo. Aber man räumt ein: «Tatsächlich verdienen die KKW bei den heutigen Strompreisen ihre Vollkosten nicht.» Laut dem Blatt beziffert Alpiq «die Verluste der Schweizer Stromproduktion – Wasserkraft und Kernenergie – auf jährlich rund zwei Milliarden Franken.»

Aber was wäre nun kostengünstiger für die Schweiz? Rasch abschalten oder laufen lassen? Gerade am Wochenende drohten Axpo und Alpiq mit Milliardenforderungen in Höhe von über sechs Milliarden Franken. Und importieren wir bei Annahme der Ausstiegs-Initiative Strom aus Kohlekraft und AKW? Im Telebasel Talk nimmt Rudolf Rechsteiner Stellung.

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In aller Kürze:

Telebasel Talk vom 3. November 2016 mit Rudolf Rechsteiner.

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