Featured Video Play Icon

Baselland

Schweizerhalle: Hansruedi Striebel wehrt sich

Der Entscheid, die Basler Schülerinnen und Schüler am 1. November 1986 trotz Chemiealarm in die Schule zu senden, sei nicht von ihm getroffen worden, sagt der ehemalige Erziehungsdirektor Hansruedi Striebel.

Am 1. November 1986 brannte in Schweizerhalle bei Muttenz ein Chemielager der Sandoz mit rund 1300 Tonnen giftigen Chemikalien. Es ist bis heute der grösste Chemieunfall der Schweiz. Hansruedi Striebel war damals Basler Regierungspräsident und Erziehungsdirektor. Seit 30 Jahren trifft ihn der Vorwurf: Trotz Chemie-Gestank und Ungewissheit habe er die Basler Kinder und Jugendliche in die Schule geschickt. Dagegen wehrt er sich.

Kurz vor vier Uhr morgens habe ihn an jenem ersten November 1986 ein Anruf seiner Tochter aus dem Schlaf gerissen. Sie habe ihn darauf aufmerksame gemacht, dass es in der ganzen Stadt stinke. Er habe den Geruch als Phosphorverbindung erkannt, wie sie auch bei chemischen Kampfstoffen verwendet wird. Nach einem Selbsttest konnte er aber ein Gefährdung durch die Luft ausschliessen, so Striebel.

Kurz darauf habe er zusammen mit seinem Departementssekretär beschlossen, die Basler Kinder und Jugendlichen nicht in die Schule zu schicken, betont Hansruedi Striebel gegenüber Telebasel. Von Polizeikommandant Markus Mohler vom Krisenstab sei ihm daraufhin mitgeteilt worden, dass der Brand in Schweizerhalle unter Kontrolle sei. Der Krisenstab empfehle, den Alarm aufzuheben und die Schulen am Morgen des 1, November zu öffnen.

Hansruedi Striebel sagt im Telebasel-Interview, er habe diesen Entscheid aber nicht ohne Rücksprache mit Baselland und den Schulleitungen treffen wollen. Bevor er aber alle Stellen telefonisch erreicht hatte, habe der Krisenstab schon unabhängig via Radio die Öffnung der Schulen kommuniziert. Der damalige Vorsteher des Polizeidepartements, Karl Schnyder, habe ihn gebeten, öffentlich hinter dem Entscheid zu stehen, was er denn auch getan habe. Seither gelte er in der Öffentlichkeit als derjenige, der die Basler Kinder der Gefahr ausgesetzt habe, obwohl er selbst vom Entscheid des Krisenstabes überrumpelt worden sei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

In aller Kürze:

Der Entscheid wurde nicht von ihm getroffen: Hansruedi Striebel wehrt sich.