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Der Telebasel Newsbeitrag vom 20. Okrtober 2016 zum Thema.

Basel

Protest gegen Gassenzimmer am Wiesenkreisel

Der provisorische Container der Kontakt-und Anlaufstelle am Wiesenkreisel, besser bekannt als Gassenzimmer, muss erneuert werden. Vor einem Monat hat die Regierung den Bau eines neuen Provisoriums bewilligt. Unter den Anwohnern regt sich nun aber Widerstand: Sie wollen das Gassenzimmer nicht mehr in ihrem Quartier.

Marode Wände und defekte Lüftungen sind nur zwei der Mängel, die der Bau der Kontakt und Anlaufstelle am Wiesenkreisel aufweist. Das Gassenzimmer, wie es in Basel genannt wird, steht seit zehn Jahren dort, eine zweite Stelle gibt es am Dreispitz. Der Container am Wiesenkreisel muss nun aber erneuert werden. Am 20. September genehmigte die Regierung dafür 2,5 Millionen Franken. Damit soll ein neues Containerprovisorium entstehen, das ein bisschen grösser ist, als das jetzige.

Anwohner wollen neuen Standort

Unter den Anwohnern regt sich aber seit einigen Wochen Widerstand: 10 Jahre Gassenzimmer im Quartier seien genug, finden viele. Einige wohnen auf dem Erlenmattareal, andere am Riehenring oder in anderen Strassen.

Am Mittwoch Abend lädt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt diese Anwohner nun zu Information und Austausch ein. Rund 30 Anwohner sind gekommen. Viele erzählen von Spritzen auf dem Gehweg, Spritzen in den Briefkästen und von Blut in einem Hauseingang. Die meisten Anwohner wünschen sich das Gassenzimmer weit weg vom Wiesenkreisel. Ein Anwohner stellt die Frage, warum jetzt nicht auch mal ein anderes Quartier diese Last tragen könnte, eine andere Anwohnerin stellt fest, dass es eine Kindertagesstätte in nächster Nähe gäbe, während jemand anderes beklagt, dass sogar ein Kindergarten geplant sei und die Kinder Gefahr laufen, mit den Spritzen in Kontakt zu kommen. Für sie alle ist klar: Jetzt wo die Kontakt und Anlaufstelle am Standort Wiesenkreisel erneuert werden muss, soll es auch einen neuen Platz bekommen. Ausserdem fühlen sich einige hintergangen: «Als der jetzige Container aufgestellt wurde, sagte die Regierung, es sei nur ein Provisorium. Bei einer allfälligen Erneuerung würde ein anderer Standort gesucht», sagt Philipp Schopfer. Der BDP-Vizepräsident wohnt zwar nicht mehr in diesem Quartier, will dennoch als Sprachrohr der Anwohner auftreten.

Bester Standort am Wiesenkreisel

Lukas Engelberger dementiert dieses Versprechen: «Man hat damals in Aussicht gestellt, dass nach den zehn Jahren, die der Lebensdauer eines Provisoriums entsprechen, wieder andere Standorte evaluiert werden», so der Vorsteher des Gesundheitsdepartementes. Und das hätten sie nun gemacht. Ein Standort muss genügend Sicherheit für die Nachbarschaft bieten oder etwa ausreichend Distanz zu den Schulen aufweisen. Die Anwohner sind skeptisch: «Wir glauben einfach, dass es irgendwo anders vielleicht noch einen besseren Standort hat», so Cordula Hawes der Ambassadoren Erlenmatt. Seit einer Woche geht eine Petition um: Laut Philipp Schopfer seien bereits 150 Unterschriften zusammen gekommen.
Auch wenn die Anwohner noch nicht zufrieden sind, habe die Veranstaltung etwas gebracht: «Es fand ein reger Austausch statt. Dass es diese Veranstaltung überhaupt gab war schon ein Fortschritt, bisher hat das der Kanton leider ein bisschen verpasst», sagt Philipp Schopfer und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger meint: «Wir konnten die Wichtigkeit der Kontakt und Anlaufstelle betonen und die Anliegen der Anwohner aufnehmen.»

Im Herbst 2017 soll der Bau realisiert werden und die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2018 geplant.

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In aller Kürze:

Die Anwohner der Wiesenkreisels wollen nicht, dass das Gassenzimmer weiter in ihrem Quartier bleibt. Das Gesundheitsdepartement lud zu einer Anwohnerinformation.

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