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Der Telebasel Talk vom 17. Oktober 2016.

Basel

Höhere Krankenkassenprämien: Mit jedem Bobo auf den Notfall

Wer sich auf der Notfallabteilung behandeln lässt, verursacht höhere Gesundheitskosten. Dennoch verzeichnet das Basler Unispital seit 2006 eine Zunahme von über 30 Prozent. Und nicht selten wollen Leute in der topausgerüsteten 24-Stunden-Abteilung harmlose Bobos behandeln lassen. Wie reagiert das Unispital? Im Telebasel Talk: Prof. Roland Bingisser, Chefarzt Notfallzentrum des Universitätsspitals Basel.

Im Jahre 2006 waren es noch 37’733 Patienten, im 2015 schon 50’115, die sich auf der Notfallstation des Unispitals Basel behandeln lassen wollten. Auf dieser High-Tech-Station fallen je nach Behandlung fünf Mal höhere Kosten als beim Hausarzt an. Und nicht selten gehen Leute in den ‹Notfall›, deren Beschwerden entweder durchaus noch bis zum nächsten Morgen warten könnten oder die überhaupt Bagatellfälle sind. Die Spitäler können die Leute nicht einfach so wegweisen. Sie verstehen ihren ‹Notfall› als «service public». Laut der ‹Sonntagszeitung› will nun der Schweizer Krankenkassenverband Curafutura aber Druck machen. Mit Prüfungen wolle man die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Mehrheit der Fälle traumabedingt

Beim Basler Unispital werde auf eine Triage geachtet, die den Mückenstich vom Beinbruch schon früh voneinander unterscheide, sagt Mediensprecher Martin Jordan. Als «völlig unnötig» für den Besuch der Notfallstation sieht das Unispital nur zwei Prozent der Fälle. Aber bei 39 Prozent sei die Beurteilung komplizierter: Der jeweilige Fall könne da schon mal «theoretisch auch sonstwo (meist ambulant) abgeklärt werden», aber die Mehrheit der Fälle sei traumabedingt, weshalb ein Röntgenbild «nötig ist sowie ein Arzt, der das auch beurteilen kann. Oder es ist eine Wundversorgung nötig, die ein chirurgisch ausgebildeter Arzt machen sollte. Heute werden Hausärzte aber mehrheitlich nicht mehr chirurgisch ausgebildet, so dass Notfallmediziner die einzigen verbliebenen Generalisten sind».

Das Personal und die Infrastruktur im Unispital-Notfall wird durch den Patientenansturm und die Bagatellfälle durchaus belastet. Wie will es die Höhe der Fallzahlen senken? Im Telebasel Talk: Prof. Roland Bingisser, Chefarzt Notfallzentrum des Universitätsspitals Basel.

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In aller Kürze:

Wer sich auf der Notfallabteilung behandeln lässt, verursacht höhere Gesundheitskosten: Trotzdem verzeichnet das Basler Unispital seit 2006 eine Zunahme von über 30 Prozent.