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Der Telebasel News Beitrag vom 16. Oktober 2016
Basel

Statistiker voll im Trend

Zumindest im amerikanischen Wahlkampf gehen die Kandidaten mit Fakten gerne kreativ um. Zahlen und Statistiken werden häufig nach Gusto verwendet. Statistische Ämter halten hier dagegen. So auch das Statistische Amt in Basel-Stadt.

Endlose Tabellen und Tausende von Diagrammen, so siehen die Arbeitsgrundlagen von Statistikern aus. Von überall aus der Verwaltung kommen Zahlen zum Kanton beim Statistischen Amt zusammen. Zum Beispiel vom Einwohneramt.

Das Statistische Amt hat beschränkten Zugriff auf deren Datenbank. So entstehen die Angaben zur Bevölkerung. Das sei eine immer wichtigere Aufgabe, sagt Vize-Amtsleiter Peter Laube. «Die Gesellschaft ist zunehmend Zahlenorientiert», so Laube. «Wir versorgen die Öffentlichkeit, Politiker und vor allem die Verwaltung mit diesen Zahlen.»

Bollwerk gegen Gerüchte und Vermutungen

Mit der neuen Technik ist die Datengewinnung effizienter und schneller geworden. Nicht zuletzt deswegen sind die Datenbanken heute viel grösser und genauer als noch vor 20 Jahren. «Dementsprechend zirkulieren auch häufiger falsche Zahlen», sagt Laube.

Zu sehen ist dies beispielsweise im aktuellen politischen Diskurs in Übersee: Donald Trump wurden mehrfach Falschaussagen nachgewiesen. Möglich machen dies unter anderem die staatlichen Statistiker. «Es entstehen Gerüchte, die sich multiplizieren. Jeder dichtet der Geschichte etwas hinzu.»

Hier sieht Lauber eine wichtige Aufgabe des Statistischen Amts: Es liefert Zahlen, anhand derer solche Gerüchte und Vermutungen geprüft werden können. «So können wir sagen, ja, diese Aussage zeigt sich in unseren Zahlen – oder nicht.»

Glaubwürdige Statistik braucht Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeit ist dem Amt dabei das höchste Gut. Wäre das Amt unter dem Einfluss der aktuellen Regierung, wäre die Glaubwürdigkeit dahin. Statt an die Wissenschaftlichkeit der Statistiken zu glauben, würden die Zahlen im schlimmsten Fall als Propaganda angesehen. «Darum lassen wir uns in unsere Arbeit nicht reinreden», sagt Peter Laube. «Auch der Regierungspräsident kann uns nicht sagen, wie er die Zahlen gerne hätte.»

Solche versuchten Einflussnahmen gäbe es aber so gut wie nie. Eine eigenwillige Interpretation der Zahlen kann aber auch das Statistische Amt nicht verhindern. «Welche Zahlen sich jemand aussucht, können wir nicht beeinflussen», sagt Laube. Nachweislich seien dies vor allem jene Daten, die die eigene Meinung unterstützen. Wer einen solchen Fall vermutet, findet auf der Webseite des Statistischen Amts in der Regel auch die weggelassenen Zahlen.

 

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In aller Kürze:

Das Statistische Amt Basel-Stadt ist unabhängig und kann mit genauen Zahlen Gerüchte und Behauptungen bestätigen - oder eben auch nicht.

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